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Frag IR: Unter anderem: Wie ist das mit dem Damm in der Gletscherlagune?

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Frag IR: Unter anderem: Wie ist das mit dem Damm in der Gletscherlagune?

Frage:

Wir sind begeisterte Island-Fans und waren schon mehrfach dort. Heute haben wir zwei Fragen an Iceland Review.

1. Warum wird jedes Jahr mühsam ein Damm in der Gletscherlagune aufgeschüttet, nur um kurz darauf wieder zerstört zu werden? Man kann beides über die Mila-Webcam mitverfolgen.
2. Warum düsen tagsüber so oft mit nur einer Person besetzte Schlauchboote rasend schnell durch die Lagune?

Herzliche Grüße aus Freiburg,

Christian Bartoschek

Antwort:

Zu 1. „Der Grund für die Arbeiten ist der, dass eine Barriere aufgeschüttet wird, deren Oberseite fünf Meter unter der Wasseroberfläche liegt“, erklärt Ágúst Elvarsson von Jökulsárlón Ferðaþjónusta ehf, einem Unternehmen, das unter anderem Bootstouren auf der Gletscherlagune Jökulsárlón anbietet.

Einmal im Jahr kommen seit 2010 Mitarbeiter der Isländischen Straßen- und Küstenverwaltung (Vegagerðin) zur Lagune. „Einer unserer Mitarbeiter fährt dann mit ihnen auf die Lagune hinaus, die die Tiefe des Wassers zwischen Wasseroberfläche und Oberseite der bestehenden Barriere messen. Wenn die Tiefe zu groß geworden ist, ist der Zeitpunkt gekommen, die Barriere wieder aufzuschütten“, erklärt Ágúst.

Hauptgrund für diese sich jedes Jahr wiederholende Prozedur ist es, die Brücke am Ablauf der Lagune davor zu bewahren, von hinaustreibenden Eisbergen, die hoch genug dazu wären, beschädigt oder zerstört zu werden.

Dass die Barriere kurz nach ihrem Weiterbau immer wieder von Bauarbeitern zerstört oder abgebaut wird, sei indes ein Gerücht, sagt Ágúst, denn sie bliebe einige Jahre bestehen, und nach ihrer Weiteraufschüttung sei sie im Wasser auch gar nicht mehr zu sehen. Es hänge übrigens von vielen Faktoren ab, wie lange es jeweils dauere, neue Steine auf die bestehende Barriere zu schichten und wie lange die Höhe der Barrierenoberseite konstant bliebe, weshalb die Fachleute jedes Jahr zur Kontrolle zur Lagune kämen, so Ágúst weiter.

Zu 2. „Bei den mit nur einer Person besetzten Schlauchbooten handelt es sich um unsere Rettungsboote“, erläutert Ágúst Elvarsson.

Für die rasanten Fahrten durch die Lagune gebe es mehrere Gründe:

Zum einen brächte das Boot den Fahrern der Amphibienfahrzeuge ein bisschen Eis aus der Lagune. „Dieses Eis dient ihnen als Anschauungsmaterial, aber die Fahrer zerbrechen es auch in kleine Stückchen und bieten ihren Passagieren eine Kostprobe von bis zu 1.000 Jahre altem Eis an, verrät Ágúst.

Zudem überprüfe der Schlauchbootfahrer, ob ein Weg für die Amphibienboote sicher befahrbar ist; „manchmal muss er auch einen sicheren Weg für sie bahnen.“

Die Fahrten gehören aber auch zur allgemeinen Betreuung der Amphibienboote. Als Beispiel nennt Ágúst: „Wenn etwa ein Passagier ins Wasser der Lagune fallen würde, würde der Fahrer des Rettungsbootes ihn retten.“

Gabriele