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Iceland Airwaves: Moses in der Ballettschule

Kulturblick

Iceland Airwaves: Moses in der Ballettschule

Moses Hightower.
Moses Hightower. Photo: Gabriele Schneider.

Wer bei den Iceland Airwaves dabei war, musste nicht nur Geduld beim Anstehen mitbringen, sondern auch einen Plan haben. Denn bei 1.000 Konzerten an fünf Tagen muss man schon gut organisieren, wann man wo welche Künstler erleben möchte.

Also feilte auch ich schon Wochen vor dem großen Event an meinem Plan, schob hin und her, verwarf dieses und jenes und begann mehrmals ganz von vorn. Da ging es mir wohl kaum anderes als den insgesamt 9.000 Gästen, von denen 5.000 eigens aus dem Ausland anreisten.

Immerhin konnte ich meinen finalen Plan einigermaßen verwenden, obwohl ich einiges, was ich sehen wollte, zugunsten anderer Konzerte streichen musste. Aber Moses Hightower, das musste schon sein, deren Konzert hatte ich auf meiner Liste sogar in Rot notiert.

Die riesige Veranstaltungshalle im Listasafn / Reykjavík Art Museum und auch die Tribüne am hinteren Ende waren bereits rammelvoll, als ich ankam. Ballet School aus Berlin performten gerade. Die kraftvolle und auch in den höchsten Höhen noch wohlklingende Stimme der irischen Sängerin Rosie Blair riss das Publikum genauso mit wie die Songs der Formation.

Ballet School singer Rosie Blair.Ballet-School-Sängerin Rosie Blair. Foto: Gabriele Schneider.

Und irgendwie war ja auch für jeden Musikgeschmack etwas dabei: Balladenhaftes, Rock und Pop, Lyrisches bis hin zu Punk. Unter dem begeisterten Klatschen der Zuhörer schüttelte sich Rosie Blair beim Singen, hüpfte und tanzte, wirbelte hin und wieder auch herum wie eine entfesselte Ballettschülerin.

Moses Hightower.Großartig: Moses Hightower. Foto: Gabriele Schneider.

Auch bei der folgenden Band Moses Hightower blieb die Halle proppenvoll. Die Faszination für die durchweg Isländisch singende Band, lag nicht ausschließlich an den ausnahmslos stimmigen Blues- und Soul-Stücken, sondern auch daran, dass Moses Hightower ganz unaufdringlich, dabei aber mitreißend und ergreifend, von gechillt bis rockig und ohne große Bühnenshow den Auftritt zu einer grandiosen Show machten.

Steingrímur Karl Teague of Moses Hightower.Einer der Sänger von Moses Hightower: Steingrímur Karl Teague. Foto: Gabriele Schneider.

Selbst wer (wie ich) das Konzert besuchte, weil er die Alben der Reykjavíker Formation, die seit 2007 zusammen spielt und schon einige isländische Musikpreise abgeräumt hat, liebt und die Scheiben oft tagelang hintereinander immer wieder rauf und runter hört, wurde noch überrascht: Denn live sind Moses Hightower tatsächlich noch famoser als im Studio.