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Zum ersten Mal bei den Airwaves

Kulturblick

Zum ersten Mal bei den Airwaves

Airwaves 2015 crowd
Location voll? Kein Problem, man kann schließlich auch von draußen zuhören. So wie hier, als Ghostigital im Plattenladen Smekkleysa performten. Photo: Gabriele Schneider.

Ute aus Deutschland war in diesem Jahr zum ersten Mal bei den Iceland Airwaves. Wir fragten nach, ob ihre Erwartungen erfüllt wurden oder vielleicht alles ganz schrecklich war.

Die Premiere der Iceland Airwaves fand 1999 statt. War es eine spontane Entscheidung von dir, dieses Jahr auch einmal zum Festival zu kommen?

Nein, ich wollte das schon lange, seit mindestens zehn Jahren oder noch länger. Eben seit ich zum ersten Mal von dem Musikfestival gehört habe. Aber es hat sich beruflich nie ergeben, dass ich im November nach Island fliegen konnte.

Es ist also nicht dein erster Aufenthalt in Island?

Nein, ich besuche Island seit 1994 und war schon etwa 15 Mal hier. Denn ich mag das Land, die Natur und die Leute in Island.

Was hat dir an der Idee gefallen, die Iceland Airwaves zu besuchen?

Hauptsächlich wollte ich natürlich wegen der Musik dabei sein, wollte aber Reykjavík auch einmal erleben, wenn die Stadt erfüllt ist von Musik. Klar, dass ich auch isländische Musiker, ich bisher nicht kannte, hören wollte, genauso wie die Bands, die ich kenne und gut finde, zum Beispiel Haltalín. Auch, dass Bands aus dem Ausland hier spielen, gefällt mir sehr gut. Dass es sowohl „offizielle“ Orte, aber auch zahlreiche Off-venue-Gigs gibt, finde ich spannend. Und dass beides im offiziellen Programm erzeichet ist, ist natürlich klasse. Ein Besuch der Airwaves ist auf jeden Fall auch eine Entdeckungsreise durch die Hauptstadt.

Welche Konzerte oder Auftritte haben dir am besten gefallen?

Zunächst einmal die Samúel Jón Samúelsson Bigband. Ich war in Deutschland schon mal auf einem Konzert von ihnen. Hier war das Publikum viel jünger als dort, die Begeisterung der Gäste für die Musik war erstaunlich. John Grant zusammen mit dem Isländischen Sinfonieorchester war auch genial. Ich bin großer John-Grant-Fan, hatte ihn bisher aber noch nie live erlebt. Und vom „Sinfó“ bin ich ebenfalls begeisterter Fan. Ein klassisches Konzert des Orchesters habe ich schon in der Harpa gehört, und ich liebe den Mitschnitt des Konzerts gemeinsam mit der Metal-Formation Skálmöld. Dann waren Sleaford Mods ein weiteres Highlight. Im deutschen Radio wird das Duo oft gespielt, also war ich neugierig.

Bist du mit der Organisation des Festivals zufrieden?

Auf jeden Fall. Es ist super vorbereitet, und auch die Website ist klasse und übersichtlich. Bei so vielen Acts und Besuchern ist das sicher nicht einfach. Die Organisatoren haben es geschafft, dass alles sehr angenehm ist, obwohl so viel los ist. Die Atmosphäre ist total entspannt und fröhlich. Bestimmt war es, wenn man erst spät gebucht hat, nicht ganz einfach, eine Unterkunft zu finden. Aber Reykjavík ist eben keine riesige Stadt. Ich wohne in einem Gästehaus, das ich schon von früheren Aufenthalten kenne. So wohne ich absolut zentral und kann zu Fuß innerhalb von fünf Minuten fast alle Locations erreichen.

Wirst du wiederkommen?

Ja, ich bin auf jeden Fall nächstes, spätestens übernächstes Jahr wieder dabei.