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Isländische Manuskripte sind UNESCO- Weltdokumentenerbe

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Isländische Manuskripte sind UNESCO- Weltdokumentenerbe

Die UNESCO hat vergangene Woche die Árni Magnússon Manuskriptsammlung zusammen mit 34 anderen Überlieferungen in das Register „Gedächtnis der Menschheit“ aufgenommen, das auch unter der Bezeichnung Weltdokumentenerbe bekannt ist.

„Damit sagt die UNESCO, dass die Manuskripte besonders erhaltungswürdige Überlieferungen sind und nicht nur regionalen sondern weltweiten Wert besitzen“, erklärte Gudrún Nordal, die Direktorin des Árni Magnússon Institutes in Reykjavík, gegenüber dem Fréttabladid.

„Das UNESCO-Weltregister 'Memory of the World' ist ein weltumspannendes digitales Netzwerk mit ausgewählten herausragenden Dokumenten: wertvollen Buchbeständen, Handschriften, Partituren, Unikaten, Bild-, Ton- und Filmdokumenten“, heisst es auf der Internetseite der deutschen UNESCO-Kommission. Das 1992 begonnene Register umfasst inzwischen 193 Dokumente aus aller Welt.

Die Árni Magnússon Manuskriptsammlung, die sich zum Teil in Dänemark befindet, war im vergangenen Jahr von den Regierungen Islands und Dänemarks nominiert worden.

„Die Bestätigung eröffnet uns Möglichkeiten, die Sammlung systematischer im Ausland zu präsentieren, erlegt uns aber auch die Verpflichtung auf, die Manuskripte so gut wie möglich zu erhalten“, sagte Gudrún Nordal.

Árni Magnússon wurde 1663 auf Kvennabrekka in Westisland geboren. Er studierte in Kopenhagen, verbrachte zwei Jahre in Deutschland, wurde Leiter der Königlich Dänischen Archive und 1701 Professor an der Universität Kopenhagen.

Als Mitglied einer königlichen Kommission, die die wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen in der verarmten Kolonie Island überprüfen sollte, kehrte er in sein Heimatland zurück.

Während seiner langjährigen Tätigkeit sammelte und kopierte er mittelalterliche Handschriften, die er 1713 nach Kopenhagen brachte. Ein beträchtlicher Teil der Sammlung wurde 1728 bei einem Grossbrand vernichtet, die wichtigsten Handschriften aber konnten gerettet werden.

Ab 1971 gab Dänemark einen grossen Teil der Sammlung an Island zurück. Die Handschriften werden im Árni Magnússon Institut aufbewahrt.

Im Thjódmenningarhúsid (Kulturhaus) in Reykjavík werden die Liederedda, das Flateyjarbók und andere wertvolle Handschriften von Sagas und Gesetzeswerken ausgestellt.

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