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Meistaradeild: Anlehnung – und es gibt sie doch!

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Meistaradeild: Anlehnung – und es gibt sie doch!

Heðinn Sylvia

Héðinn Skúli frá Oddhóli relaxt vor dem Rennpass. Photo: Dagmar Trodler.

Die Fünfgangprüfung des Meistaradeild in der Ölfushalle am gestrigen Abend hatte wenig Spektakuläres und eine kleine Sensation im Angebot.

Das Publikum bekam eine Palette von kurz vor durchgeknallt bis durchlässig zu sehen.

Pferde, die selbst im Schritt in den Kurven geradeaus liefen, und solche, die auch auf der langen Seite in Außenstellung geritten wurden. Pferde, die mit der ganzen Körperkraft eines Mannes gebremst werden mussten und solche, deren Zähne man von der Tribüne aus zählen konnte. Pferde, deren Genick und Bewegungsablauf im Schritt die Ausbinderarbeit offenbart, viele zu weit hinten liegende Sättel, riegelnde, harte Hände und zahllose Nasen hinter der Senkrechten.

Im Aufgabenteil Rennpass überwog unschöne Zügelarbeit sowohl beim Legen als auch beim Durchparieren. Insgesamt war es ein schlechter Passtag für viele sonst sichere Kandidaten. Rennpass und Tölt werden in dieser Prüfung doppelt benotet – Pech im Pass wird da schnell zum Zünglein an der Waage und beeinträchtigt den Gesamteindruck. Es geht eben nicht nur um 'nicht gelungenes Legen' sondern um Insterburger im Pferdemaul.

Man konnte aber auch Pferde wie Flaumur frá Auðholtshjáleigu oder den Gustur-Sohn Frægur frá Flekkudal finden, die flüssig und mit locker wippendem Schweif ihre Runden liefen. Langbeinige Diven wie Kolgrima frá Minni-Völlum, für deren Raumgriff die Halle zu klein schien. Was für's Auge wie der bildhübsche Birkir frá Vatni, der trotz seiner erst 6 Jahre einen ordentlichen Job ablieferte. Oder auch ängstliche Pferde wie Marius frá Hvanneyri, der im Hallenrundgang vorm Turnier vor Stress fast zu explodieren schien und in der Prüfung dann vertrauensvoll und konzentriert bei seinem Reiter Teitur Árnason blieb.

Die Sensation des Abends jedoch war Héðinn Skúli frá Oddhóli unter seiner Reiterin Sylvia Sigurbjörnsdóttir, die schon im Gæðingafimi mit ihrer sauberen, pferdefreundlichen Reiterei überzeugt hatte, sich aber gegen Olil Ambles hohe Punktzahl nicht hatte durchsetzen können.

Auch diesmal tanzte Héðinn gekonnt und leichtfüßig durch die Tölt- und Trabaufgabenteile, in schöner, reeller Aufrichtung, unaufgeregt und scheinbar mühelos selbst im Rennpass, weil nicht über Tempo geritten. Genick und Oberlinie lassen auf korrekte Gymnastizierung schließen, das Pferd besticht durch seine positive Ausstrahlung und Elastizität.

Und als Sylvia zum Schrittaufgabenteil aufbricht, verwandelt sich ihr Zügel in einen Seidenfaden als Mittler zwischen Hand und Maul, und man erahnt, welches Geschenk es sein muss, wenn solch ein Pferd die Anlehnung sucht.

Mit einer Gesamtzahl 7,40 Punkten und dem ersten Platz des Abends honorierten auch die Richter diese Leistung.

Die übrigen Ergebnisse finden Sie hier und hier

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