System für Eintrittsgelder „inakzeptabel“

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System für Eintrittsgelder „inakzeptabel“

Mývatn

Photo: Páll Stefánsson.

Der isländische Premierminister Sigmundur Davíð Gunnlaugsson hat die unterschiedliche Gebühreneintreibung an touristischen Orten in Island gestern im Parlament als inakzeptabel bezeichnet. Sigmundur und das Parlamentsmitglied der Linksgrünen, Árni Þór Sigurðsson, stimmten darüber ein, dass es eine einheitliche Regelung geben müsse, bevor die Regierung in der Angelegenheit die Kontrolle verliere. 

Der Anstieg der Touristenzahlen, sowie die Erhebung von Eintrittsgeldern an beliebten touristischen Orten auf der einen und das Recht auf freies Reisen auf der anderen Seite hatten zuvor für lebhafte Diskussion in Island gesorgt.

Die isländische Wirtschaftsministerin Ragnheiður Elín Árnadóttir hatte einen Gesetzentwurf zur Schaffung eines Naturpasses ab dem Jahr 2015 angekündigt. Zur gleichen Zeit begannen die Landbesitzer in einigen Regionen, darunter am Geysir, Eintrittsgelder zu erheben. Landbesitzer in anderen Regionen kündigten an, dass sie ebenfalls Touristen zur Kasse bitten wollen.

Beide Seiten, Landeigentümer und Regierung, betonen, dass mit den Eintrittsgeldern finanzielle Mittel für die Weiterentwicklung und den Erhalt der touristischen Attraktionen geschaffen werden sollen.

Die Landbesitzervereinigung von Geysir hatte das Eintrittsgeld kurzfristig ausgesetzt, nachdem der Finanzminister eine einstweilige Verfügung an den Landrat von Selfoss geschickt hatte. Dem Ausschuss für Unmweltbelange und Resourcen zufolge ist der isländische Staat Eigentümer eines Großteils des Landes am Geysir, daher ist es ungesetzlich, wenn die anderen Landbesitzer ihrerseits entscheiden, ein Eintrittsgeld zu erheben. Der Ausschuss ist der Meinung, dass die finanziellen Mittel aus einem Naturpasssystem oder anderen Lösungen eingetrieben werden sollten.

Aktuell gibt es Meinungsverschiedenheiten darüber, ob und wie vom Eintrittsgeld Mehrwertsteuer abgeführt werden muss, berichtet ruv.is. Die Angelegenheit wird von den Steuerbehörden geprüft, ein Treffen mit den Landbesitzern ist für die nächsten Tage anberaumt.

Vertreter der Tourismusindustrie hatten kritisiert, dass das Kassieren des Eintrittsgeldes am Tor zum Geysir zu langen Warteschlangen führe, wodurch die Unfallgefahr steige, weil der Eingang direkt an der Straße liegt, heißt es bei ruv.is. Der Betreiber des Geysir-Shops hatte sich geweigert, das Geld zu kassieren, solange die rechtliche Lage ungeklärt ist. 

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