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Islandstange mit Zungenfreiheit verboten

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Islandstange mit Zungenfreiheit verboten

Horses bit

Photo: Dagmar Trodler

Die Islandkandare mit Zungenfreiheit, sei sie aus einem Stück oder aus drei Teilen, ist dem am 1. Januar in Kraft getretenen neuen Tierschutzgesetz zufolge verboten, berichtet Hestablaðið Seisei Die Studie der Tierärztin Sigrídur Björnsdóttir, die diese bei den sportlichen Pferdeveranstaltungen des Landsmót 2012 (und 2011), sowie während des Islandsmóts in 2012 durchgeführt hatte, zeigte auf, daß Pferde, die mit einem solchen Gebiß geritten werden, eine 75 fach höhere Wahrscheinlichkeit für Verletzungen im Maul haben.

Das Gebiß spielt eine herausragende Rolle als Verursacher bei besonders schweren Verletzungen im Pferdemaul. Zum Vergleich: ein Raucher trägt ein 16 fach höheres Risiko an Krebs zu erkranken als ein Nichtraucher. Auf der Grundlage dieser Zahl wurde das Rauchen an Arbeitsplatz und öffentlichen Plätzen verboten.

Die Studie konnte auch zeigen, daß die herkömmliche traditionelle Islandkandare keine schweren Verletzungen im Maul verursachte.

Auf einer Sitzung zum Tierschutz von Sport- und Zuchtpferden am vergangenen Mittwoch in Selfoss, zu der der Reitsportverband (LH), der Verband der Ausbilder (FT) und der Verband der Pferdezüchter eingeladen hatte, sagte die Leiterin der Veterinäraufsichtsbehörde, Sigurborg Daðadóttir es gebe keinen Zweifel, daß das Gebiß mit Zungenfreiheit dem neuen Tierschutzgesetz zufolge verboten sei, wenn man sich die Untersuchungsergebnisse anschaue. Sigríður Björnsdóttir forderte den Vorsitzenden des LH, Haraldur Þórarinsson und den Vorsitzenden des Züchterverbandes Sveinn Steinarsson auf, das Gebiß auf die Liste der verbotenen Ausrüstungsgegenstände zu setzen.

Sveinn ließ wissen daß es innerhalb des Züchterverbandes keinen Willen gebe, die Stange mit Zungenfreiheit zu verbieten und schlug vor, die Angelegenheit näher zu untersuchen, bevor man zur Tat schreite. Haraldur Þórarinsson sagte, im LH sei der Wille groß, das Gebiß zu verbieten und kündigte eine offizielle Erklärung an.

Das Tierschutzgesetz lautet wie folgt:

Art. 17.:

„Jeder, der ein Tier ausbildet, es im Turnier oder in der Schau o.ä. zeigt, muss sichergehen, daß:

a) das Tier die körperliche Gesundheit und die entsprechende Ausbildung erhalten hat

b) das Tier nicht mit Medikamenten behandelt wurde, die Krankheitssymptome unterdrücken oder die Leistung in einer Weise steigern, daß es seinem Wohlergehen nicht zuträglich ist

c) dem Tier keine Behandlung widerfahren ist, welches ihm Schaden zufügt oder unnötige Angst einjagt.

Der Minister ist befugt, weitere Vorschriften innerhalb des Gesetzes zu erlassen."

Art. 32:

"Wer auch immer Tiere hält, ist verantwortlich dafür, daß Arbeitsabläufe, Geräte, Werkzeug und jedwege Ausrüstung, die im Umgang mit dem Tier benutzt werden, nicht gegen das Wohlergehen des Tieres verstößt.

Wer auch immer in Arbeitsabläufe der Tierhaltung einweist, oder Geräte, Werkzeuge und jedwege Ausrüstung die Tierhaltung betreffend verteilt, trägt Verantwortung dafür, daß sie nicht gegen das Wohlergehen der Tiere verstoßen.

Der Minister erläßt Vorschriften zu Verboten oder Begrenzungen im Bezug auf die Verteilung von Arbeitsmethoden, Geräten, Werkzeugen und jedweger Ausrüstung.

Der Minister ist des weiteren befugt, weitere Ausführungen zu Gutachten und Tests zu erlassen."

Art 37:

Die Veterinäraufsichtsbehörde ist befugt, einem Tierhalter die Aufsicht für sein Tier zu entziehen, wenn sich eine Partei innerhalb einer vorgegeben Frist nicht an die Anordnungen hält. Die Aufsichtsbehörde kümmert sich um den Vorgang und ist befugt, dazu die Unterstützung der Polizei einzuholen. Die Veterinäraufsichtsbehörde ist des weiteren befugt, Personen zu einer Ordnungsstrafe von 10.000 ISK bis zu einer Million ISK zu verurteilen.“

Den Wortlaut des Gesetzes finden Sie hier.

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