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Thema Moschee weiter im Fokus der Bürger

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Thema Moschee weiter im Fokus der Bürger

Salman Tamimi

Photo: Páll Stefánsson.

„Ich habe E-Mails von Leuten bekommen, die wissen wollten, wie sie Mitglied in der Vereinigung werden können. Das hat mich ein wenig überrascht, aber ich habe mich auch sehr über diese Anfragen gefreut”, sagt Salman Tamimi, der Vorsitzende der Vereinigung der Muslime in Island, auf die Frage, ob er im Zuge der Debatte über eine Moschee in Reykjavík einen Anstieg der Mitgliederzahlen bemerkt habe.

Gunnar Smári Egilsson, der frühere Herausgeber von Fréttablaðið, machte am Wochenende Schlagzeilen mit seinem Facebook-Post, in welchem er schreibt, man müsse nicht unbedingt Moslem sein, um Mitglied der Muslimischen Vereinigung zu werden. Er überlege darum, dem Verein in einer Art von Protest beizutreten.

Eine bestimmte Summe aus Steuergeldern pro Mitglied fließt jedes Jahr an jede Religionsgemeinschaft – während das Geld für diejenigen, die keiner Religionsgemeinschaft angehören, an den parlamentarischen Haushaltsausschuss geht. Gunnar Smári gehört derzeit keiner religiösen Gemeinschaft an.

Er ist der Meinung, Vigdís Hauksdóttir von der Fortschrittspartei sei die Verursacherin des Rucks ihrer Partei in Richtung Fremdenfeindlichkeit – und sie ist die Vorsitzende des Haushaltsausschusses. „Ich bezweifle, dass Vigdís meine 9.000 Kronen [€ 58] pro Jahr bemerken wird, aber ich überlege mir immer noch, Mitglied der Vereinigung der Muslime in Island zu werden, damit diese die paartausend Kronen verwenden können, um sich vor den Angriffen und Lügen der Fortschrittspartei und deren Anhängern zu schützen”, schreibt er.

Es gab in Island viele Debatten, seit die Vorsitzende des Reykjavíker Stadtverbands der Fortschrittspartei, Sveinbjörg Birna Sveinbjörnsdóttir, forderte, dass das Grundstück, das das Land vor Kurzem für den Bau einer Moschee zur Verfügung stellte, wieder zurückzunehmen. Die Debatte heizte sich immer weiter auf, und Salmann Tamimi wandte sich vergangene Woche nach einer Flut von Hassreden auf der öffentlichen Kommentarseite von Vísir.is mit einer Beschwerde an die Polizei. Die Kommentare hätten sogar Morddrohungen enthalten, berichtet Vísir.

Laut den Statuten der Vereinigung der Muslime in Island kann jeder, der mit den Zielen der Vereinigung übereinstimmt, eintreten. Mitglieder müssen keine Muslime sein, aber sie müssen das Recht der Muslime anerkennen, ihre Religion frei zu praktizieren, und dem Islam und Muslimen in Island positiv gegenüberstehen.

Salmann Tamimi sagte, er begrüße die Unterstützung, hielte es aber für besser, wenn Leute aus der Fortschrittspartei austräten, als die Staatskirche von Island zu verlassen (da es nur möglich ist, Mitglied einer einzigen Religionsgemeinschaft zu sein). „Es ist nicht nötig, Moslem zu sein und natürlich ist jeder willkommen. Aber ich denke, es ist am besten für die Menschen, an ihrer eigenen Religion und daran, was sie wirklich glauben, festzuhalten. Das Christentum bietet auch Raum, für die Menschenrechte anderer zu kämpfen.”

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