Reykjavík
3°C
NNE

Gammelfleisch aus Europa

Nachrichten

Gammelfleisch aus Europa

beef steak

Photo: Heilbrigðiseftirlit Austurlands.

Unglaubliches kam da gerade ans Licht: Frischfleisch aus Europa wurde kurz vor Ablauf des Verfallsdatums eingefroren und nach Island exportiert.

Ein aktueller Fall wurde bekannt, als das ostisländische Gesundheitsamt 100 Kilogramm australisches Rindfleisch noch vor dessen Zubereitung aus dem Verkehr ziehen konnte.

Das Fleisch sollte am ersten Sommertag (24 April 2014) für die Mitarbeiter der Aluminiumschmelze in Reyðarfjörður gekocht werden. Doch als die Steaks aus der Verpackung genommen wurden, bemerkte jemand, dass sich auf der inneren Verpackung ein anderer Haltbarkeitsstempel verbarg als auf der äußeren.

Das Fleisch wurde im Oktober 2012 in Australien abgepackt und in die Niederlande exportiert. Das Ablaufdatum war der 13. März 2013, 140 Tage nach dem Packdatum. Es liegen keine Informationen darüber vor, wie das Fleisch in dieser Zeit gelagert wurde, aber es gibt kommerziell genutzte Methoden, um Fleisch über einen solch langen Zeitraum bei minus ein oder minus zwei Grad frisch zu halten, ohne es einzufrieren.

Auf jeden Fall wurde das Fleisch zwei Tage vor dem „Stichtag” eingefroren und nach Island verkauft – mit neuem Mindesthaltbarkeitsdatum, das zwei Jahre in der Zukunft lag: März 2015. Das Gesundheitsamt wurde auf die Sache aufmerksam gemacht und stoppte das Fleisch, bevor es in Topf oder Pfanne wandern konnte.

Es ist nicht legal, Fleisch auf diese Weise umzudatieren, berichtet RÚV.

Die Importfirma Sælkeradreifing in Island hat nichts mit der Umdatierung zu tun und gibt an, auch keinen Sonderpreis für das Fleisch bezahlt zu haben. Sælkeradreifing sagt, ein solches Vorgehen könne nicht geduldet werden, beharrt aber darauf, das Fleisch sei in Ordnung gewesen. Mitarbeiter der Firma kosteten nämlich das Fleisch, nachdem es aus Reyðarfjörður zurückkam und erklärten, es habe vollkommen normal geschmeckt.

Die 100 Kilo Rindfleisch stammten au seiner Ladung mit 356 Kilo Fleisch – das meiste davon wurde bereits verzehrt.

Das Unternehmen sagt, es werde die Kosten der 100 Kilo Fleisch nicht selbst tragen, zumal es ja nichts Unrechtes getan habe. Man habe vor, eine Entschädigung vom Importeur einzufordern.

Ungekochtes Fleisch aus dem Ausland müsse in gefrorenem Zustand importiert werden, und es sei daher üblich, Fleisch, das auf dem Festland als Frischfleisch verkauft werde, für den Export nach Island einzufrieren, sagte ein Sprecher von Sælkeradreifing. Als Beispiel nannte er dänisches Kalbfleisch.

More news

Booking.com

Please consider supporting Iceland Review

IR Online

€3

Support

per month
IR Online

€5

Support

per month
IR Online

€10

Support

per month
IR Magazine

€55

For 6 Issues

per year