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Zum Landsmót reiten hat Tradition

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Zum Landsmót reiten hat Tradition

Diese beiden jungen Schimmelreiter ritten über die Berge nach Süden ins Þingvellir.Photo: Morgunblað1950/Timarit

Die Anreise zum Landsmót auf dem Pferd hat Tradition. Das erste Landsmót, welches im Jahr 1950 auf dem alten Parlamentsgelände Þingvellir stattfand, zog Pferdebegeisterte aus dem ganzen Land an. Die 133 für das Zuchttreffen gemeldeten Pferde mussten alle “zu Fuß” nach Þingvellir gebracht werden.

Hreinn frá Þverá, der erste Sleipnisbikargewinner Islands, war das einzige Pferd, welches mit dem Lastwagen transportiert wurde. Trotz der anstrengenden Fahrt sei der Hengst gut drauf gewesen. Er wurde übrigens gleich nach seinem Sieg für 10.000 Kronen in Scheinen an den Pferdezüchterbund Hólar verkauft.

Zum Landsmót zu reiten sei ohnehin “viel freier und gesünder als in der dicken Luft eines Fahrzeugs zu sitzen,” heißt es in einem Artikel des Morgunblaðið vom 11.7.1950. Überdies erinnere es an die Reisen zu den alten Parlamenstversammlungen. Allerdings seien die alten Bergpfade schwer zu reiten gewesen, weil sie jahrzehntelang nicht mehr benutzt und verfallen seien.

Aus allen Richtungen reisten Reitergruppen mit freilaufenden Pferdeherden an und demonstrierten damit auch die sagenhafte Ausdauer des Islandpferdes. Die größte Grupe kam 1950 mit 80 freilaufenden Pferden aus dem Húnavatnssýsla im Norden der Insel.

Heute undenkbar: die Pferde wurde in einem einzigen Großpferch bei Brúsastaðir zusammengetrieben, Hengste standen natürlich einzeln. Erst beim nächsten Landsmót in Nordisland 1954 sollte es einen eigenen Hengststall geben.

Zu dieser zweiten Zuchtschau des Landes machten sich dann 20 bis 30 Reiter mit einer Gruppe von 200 freilaufenden Pferden aus Reykjavík auf den Weg in den Eyjafjördur. Sie wählten für den Hinweg die Kjölurroute und benötigten drei Tage für ihre Reise, berichtet die Tageszeitung Vísir.

Aus Südost- und Ostisland war im Jahr 1950 kein Pferd angereist, vermerkt das Morgunblað. Das mag damit zusammenhängen, daß zu der Zeit mangels Straßenanbindung im Süden der Insel noch Flüsse zu durchqueren waren.

Von der Gefährlichkeit solcher Flußdurchquerungen berichtet der in den kommenden Tagen erscheinende, dreisprachige Bildband “Vatnsgarpar” (Wasserkerle) von Jens Einarsson.

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