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Mauluntersuchungen - Warten auf Ergebnisse

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Mauluntersuchungen - Warten auf Ergebnisse

Photo: Dagmar Trodler

Sämtliche teilnehmenden Pferde beim Landsmót sind nach dem Untersuchungsschema “Klár í keppni” untersucht worden. Ergebnisse werden in den kommenden Tagen erwartet.

Die mit der Reihenuntersuchung betraute Tierärztin Sigrídur Björnsdóttir sagte, es gebe deutliche Hinweise darauf, daß das Verbot der Islandstange mit Zungenfreiheit positive Auswirkungen auf den Gesundheitszustand des Pferdemaules habe.

Die Islandkandare mit Zungenfreiheit, ob als gebrochene Variante oder als Stange, war vom isländischen Reiterverband LH m Juni verboten worden. Das Verbot war ausgesprochen worden, nachdem eine Studie über Maulverletzungen bei Sportpferden aus dem Jahr 2012 für Gesprächsstoff gesorgt hatte. Das Verbot ist nur in Island gültig. Die FEIF hatte sich gegen ein Verbot der gebissvariante ausgesprochen.

In der oben genannten Studie waren im Jahr 2012 während der beiden größten Turniere des Landes (Landsmót, Íslandsmót) 424 Pferde systematisch auf Maulverletzungen untersucht worden.

Die Verletzungen waren in “mild” (verdickte Schleimhaut, oberflächliche Druckstellen oder kleine Geschwüre, bis 1 cm Durchmesser, mit sichtbarer Schmerzhaftigkeit und Entzündungszeichen und in “schwer” (Geschwüre mit einem Duchmesser voon größer als 1 cm, Entzündungszeichen und/oder Schmerzhaftigkeit der Schleimhaut, deutliche Verdickung der Laden) unterteilt worden.

Milde Verletzungen in der Maulhöhle wurden bei 152 Pferden (36%) vor den den Vorrundenläufen gefunden, die meisten dieser Verletzungen fanden sich im Maulwinkel und der angrenzenden Schleimhautregion. Die dort feststellbare Geschwüre umgebende Verhornung ließ auf eine chronisches Geschehen schließen. Als milde Verletzungen auf den Laden wurden Schleimhautverdickungen und oberflächliche Druckläsionen der Schleimhaut über dem Knochen gefunden.

Bei 32 Pferden (8%) wurden bei der ersten Untersuchung schwere Verletzungen gefunden – 18 Pferde wiesen Geschwüre im Maulwinkel auf, bei 14 Pferden wurden Verletzungen auf den Laden festgestellt. Die schweren Verletzungen reichten von auffälligen Schleimhautverdickungen, in einigen Fällen mit Ödemen, bis hin zu Geschwüren der Schleimhaut, einer Knochenhautentzündung, sowie Verformungen des Kieferknochens.

Bei der Nachuntersuchung vor den Finalläufen wurden gebißbedingte Verletzungen bei 60% aller untersuchten Pferde gefunden. Die Verletzungen im Bereich der Laden stiegen von 8% auf 31%, für den Maulwinkelbereich wurde kein Anstieg beobachtet.

51% der Pferde, die mit einer Islandkandare mit Zungenfreiheit geritten wurden, wiesen Verletzungen im Bereich der Laden auf, hingegen nur ein Pferd (4%), welches mit einer Wassertrense geritten wurde.

62% der auf Wassertrense gerittenen Pferde wiesen Verletzungen im Maulwinkel auf, aber nur 13% der Pferde auf Kandare mit Zungenfreiheit.

Die in englischer Sprache gehaltene Studie mit dem Titel “Bit-related lesions in Icelandic competition horses” (Sigríður Björnsdóttir, Rebecka Frey, Thorvaldur Kristjánsson, Torbjörn Lundström) ist für die Veröffentlichung im Veterinärjournal Acta Veterinaria Scandinavia akzeptiert worden und soll in den kommenden Tagen dort für jedermann zugänglich veröffentlicht werden.

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