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Sattelpads für volunteers

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Sattelpads für volunteers

Photo: Private

Sattelunterlagen aus rutschfestem Gummi zum Preis von 9500 Kronen als Finanzierung eines Freiwilligeneinsatzes standen in einer isländischen Pferdegruppe bei Facebook zum Verkauf. Solche Verkäufe werden des öfteren auf der Internetplattform beworben. Küchenrollen, Toilettenpapier oder Geschenksets finanzieren in Island Abiturfeiern und Klassenfahrten – und Auslandseinsätze von jungen Krankenschwestern wie Sandra Lind Jónsdóttir aus Reykjavík.

Sandra ist eine echte Pferdefrau. Ihr erstes eigenes Pferd bekam sie zur Firmung, als sie 14 Jahre alt war. Ein Jahr später ging sie für einen Sommer nach Schweden, um Pferde zu trainieren. Das Virus blieb, heute besitzt sie vier Pferde, die sie im Sommer daheim in Mosfellsbær auf der Wiese hält, und im Winter im Stalldorf von Reykjavík.

Pferdeunterbringung ist auch in Island teuer, Sandra bezahlt 160 Euro pro Pferd, wobei der Stallbesitzer für Futter, Abmisten und Auslauf der Pferde sorgt. Ganz schön viel Geld für eine Krankenschwester in Ausbildung, doch den Pferden gehört Sandras ganze Liebe, selbst nach einem schweren Unfall mit Rückenwirbelfraktur vor drei Jahren. Da muss der Tölt besonders weich sein, und am liebsten geht sie ohnehin mit guten Freunden auf mehrtägige Reittouren. „Es gibt nur wenig, was besser ist als ausreiten oder einfach am Stall bei den Pferden zu sein,“ meint die junge Krankenschwester, die davon träumt, Hebamme zu werden. „Ich gehe oft zum Stall, um dort zu lernen, es ist so friedlich und gemütlich bei den Pferden.“

Isländische Krankenschwestern lernen lange und viel. Vier Jahre mindestens dauert die Hochschulausbildung auf der Insel, und manchem ist das nicht genug: Sandra und sechs Mitstudentinnen aus dem dritten Ausbildungsjahr am nationalen Universitätskrankenhaus Landspítali wollen im kommenden Jahr einen Freiwilligeneinsatz in Kambodscha leisten.

Am 9. Mai soll es losgehen, bis 16. Juni dauert der Einsatz, „länger können wir uns nicht leisten, weil wir für die Zeit ja kein Gehalt bekommen. Das wird ganz schön teuer, wir zahlen die gesamte Reise aus eigener Tasche. Flug und Unterbringung kosten 3600 Euro pro Person. Leider gibt es kein Austauschprogramm im Krankenpflegezweig der Universität, und da haben wir beschlossen, das selbst in die Hand zu nehmen.“ Mit sowas hat Sandra durchaus Erfahrung: seit ihrem 15. Lebensjahr arbeitet die junge Frau, um sich ihr Pferdehobby leisten zu können.

Auf Kambodscha fiel die Wahl, weil ihnen die Geschichte des Landes gefiel und weil vor ihnen schon isländische Krankenschwestern dort im Freiwilligeneisatz gewesen waren. Um das Gesundheitssystem in Kambodscha ist es nach den Kriegsjahrzehnten immer noch schlecht bestellt, das Wissen um Hygiene und Gesundheit sind unterentwickelt. Die jungen Schwestern wollen vor allem in der Gesundheitsaufklärung tätig sein. „Das wird eine grosse Erfahrung für uns werden,“ glaubt Sandra.

Neben den Sattelpads hatten die eifrigen Schwestern auch selbstgemachte Haarbänder verkauft. Die Aktion hatte in Zusammenarbeit mit der isländischen Krebsgesellschaft stattgefunden, welche im Oktober mit einer grossangelegten Initiative auf die Wichtigkeit von gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen aufmerksam machte. Im Januar dient dann noch ein Bingospiel mit gespendeten Preisen als Finanzierungsquelle, und dann sollte der Kambodschareise der sieben Schwestern nichts mehr im Wege stehen.

Auf ihrer Facebookseite gibt es Informationen, Fotos und auch eine Kontonummer für Spenden.

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