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Westfjorde verbieten das willkürliche Ermorden von Basken

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Westfjorde verbieten das willkürliche Ermorden von Basken

A memorial about the 1615 Spanish killings in Hólmavík.

Das Denkmal. Photo: Ólafur Engilbertsson.

Am letzten Tag des Winters, dem 22. April, wurde in Hólmavík in den Westfjorden ein Denkmal für die 32 baskischen Walfänger, die dort 1615 umgebracht wurden, enthüllt. Die Ereignisse vor 400 Jahren werden als was Islands einziger Massenmord bezeichnet. Bei der Enthüllungs-Feier widerrief Landrat Jónas Guðmundsson die Anordnung, Basken seien vogelfrei, dürften in der Region ohne wenn und aber umgebracht werden.

„Es ist natürlich eher ein Scherz; es gibt Gesetze in diesem Land, die verbieten, Basken zu töten“, sagte Jónas augenzwinkernd gegenüber mbl.is. Gefragt, ob er seit der Aufhebung der Anordnung eine Zunahme baskischer Urlauber bemerkt habe, antwortete er lachend: „Zumindest sind sie heute ganz sicher, wenn sie hierher kommen.“

Martin Garitano, Präsident der spanischen Provinz Gipuzkoa, hielt beim Festakt eine Rede, ebenso der isländische Bildungs- und Kulturminister Illugi Gunnarsson, wie strandabyggd.is berichtet. Umrahmt wurden die Ansprachen von Liedern von Kindergartenkindern und einem Gebet für die Ermordeten.

Unter den Akteuren waren auch Xabier Irujo, Nachkomme von einem der umgebrachten baskischen Walfänger, und Magnús Rafnsson, Nachkomme von einem der Mörder, die eine symbolische Versöhnung vornahmen, wie etxepare.eus schreibt.

„[Die Enthüllung des Denkmals] war Teil einer Konferenz. Wir haben ein Programm, bei dem wir dem Mord an den Spaniern vor 400 Jahren gedenken, das bis Oktober andauert“, sagte der Vorsitzende der Isländisch-Baskischen Gesellschaft Ólafur Engilbertsson, einer der Organisatoren der Veranstaltung. Weitere Events, etwa Kunstausstellungen auf beiden Seiten des Fjordes Ísafjarðardjúp im Juli, sind Teil des Programms.

Das Massaker, die die spanischen Morde oder das Abschlachten der Spanier genannt werden, ereignete sich im Oktober 1615 auf Anordnung des damaligen Landrats der Westfjorde Ari Magnússon aus Ögur im Ísafjarðardjúp.

Anfang des 17. Jahrhunderts bauten baskische Walfänger eine Walfangstation in Island auf. Das Jahr 1615 war ein hartes Jahr mit Eis bis zu den Ufern bis zum Spätsommer und erheblichem Verlust an Viehbeständen, wie auf Wikipedia zu lesen ist.

Im Hochsommer 1615 landeten drei baskische Walfangboote im Reykjarfjörður an. Die Isländer und die Basken hatten ein gegenseitiges Abkommen darüber, dass beide Länder von der Walfangstation profitieren sollten.

Als die Schiffe Ende September ablegten, traf sie ein Sturm, schleuderte sie gegen Felsen, wo die Boote zerschellten. Die meisten der Besatzungsmitglieder überlebten und konnten nach Spanien zurückkehren. Dies waren etwa 50 Männer.

Im Folgemonat wurden die zurückgebliebenen 32 Walfänger nach einem Streit mit den Einheimischen auf Aris Befehl hin auf der Insel Æðey im Ísafjarðardjúp und auf Fjallaskagi ermordet. Nur einem Mann gelang es, dem Massaker zu entkommen.

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