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Nicht so gern gesehen: Touristen, die Steinhaufen hinterlassen

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Nicht so gern gesehen: Touristen, die Steinhaufen hinterlassen

Cairns

Photo: RAX.

Steinmännchen, also sorgfältig aufgeschichtete Steinhaufen, sind in den letzten Jahren überall im Land entstanden. Sie stellen ein ernsteres Problem dar, als es auf den ersten Blick erscheinen mag.

In der Þingvellir-Gegend etwa sind solche Steinhaufen weit verbreitet, die Zahlen gehen heute in die Hunderte, wenn nicht gar Tausende, wie mbl.is berichtet.

Laut Ólafur Örn Haraldsson, Aufseher im Nationalpark Þingvellir, stünden die meisten der Steinmännchen außerhalb der Grenzen des Naturparks, allerdings befänden sich einige auch darin.

„Die Leute stehen an Aussichtspunkten und sie schichten Steine aufeinander. Diese Bedrohung macht sich an allen Ecken des Nationalparks breit und wir haben viel Arbeit damit, von Hand die Steinhaufen der verschiedensten Größen umzuwerfen“, sagt Ólafur. Im Nationalpark ist das Bauen von Steinmännchen ausdrücklich verboten.

Ólafur fügt hinzu, das Schlimmste sei, wenn im Nationalpark neue Steine auf alte Steinhaufen gestapelt würden. „Alte Steinhaufen sind natürlich ein Teil der Kulturlandschaft Þingvellirs“, erklärt er. Steine hinzuzufügen sei nicht erlaubt, überall in Þingvellir stünden auch Schilder, die den Besuchern dies zu verstehen gäben.

Das Bauen neuer Steinmännchen habe sich durch die steigende Zahl ausländischer Touristen schnell über ganz Island ausgebreitet.

In der Regel denken Urlauber, sie richteten mit ihrem Tun keinen Schaden an, sie erkennen aber nicht, dass manche der Steinhaufen, die sie sehen, Relikte aus der Wikingerzeit und historisch bedeutend sind. Dies ist auch der Grund, warum die Parkaufseher dem Treiben nur ungern zusehen.

Früher waren die Steinhaufen über die Landschaft verstreute Landmarken, die Wege markierten und somit dafür sorgten, dass sich Menschen nicht verliefen – in den Zeiten, bevor es GPS gab.

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