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Krankenschwestern unterzeichnen Tarifvertrag

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Krankenschwestern unterzeichnen Tarifvertrag

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Universitätskrankenhaus Landspítali. Photo: Dagbjört Oddný Matthíasdóttir.

Vertreter der Gewerkschaft der Krankenschwestern und der Regierung haben vorgestern Nacht einen neuen Tarifvertrag unterzeichnet – nach 13 Verhandlungsstunden – welcher eine 18,6 prozentige Lohnerhöhung innerhalb der kommenden vier Jahre vorsieht. Die Krankenschwestern werden über diesen Tarifvertrag am 15. Juli abstimmen.

Gewerkschaftsvorsitzender Ólafur Skúlason sagte, mehr hätte man zu diesem Zeitpunkt nicht erreichen können. „Den Umständen entsprechend sind wir zufrieden mit dem was wir auf dem Tisch haben. Wir hätten sicher mehr erreichen wollen, aber wir glauben, dass das jetzt nicht möglich war.“

Im Morgenradio des Radiosenders RÚV erklärte Ólafur, dass die Krankenschwestern an der Wand gestanden und nur zwei Optionen gehabt hätten: die eine wäre der Gang vor ein Schiedsgericht gewesen, welches über ihre Gehälter entschieden hätte, die andere Option sei, über das Verhandlungsergebnis abzustimmen.

Die Krankenschwestern hätten sich bestimmte Ziele gesetzt – die geschlechterspezifische Einkommenslücke zu schliessen und den Bildungsabschluss der Berufsgruppe genauso gewertet zu bekommen wie andere Universitätsabschlüsse. In beidem seien sie gescheitert, denn die Tariferhöhung von 18,6 Prozent entspreche dem, was auf dem normalen Arbeitsmarkt angeboten worden sei, sagte Ólafur.

Der erste Teil der Gehaltserhöhung wird rückwirkend vom 1. Mai erfolgen, die zweite Stufe wird im Mai 2016 in Kraft treten, die dritte im Mai 2017, die vierte im Mai 2018. Der Vertrag beinhaltet auch eine Einmalzahlung von 70.000 ISK (471 EUR).

Eine neue Regelung der Arbeitslast sei im Vertrag nicht enthalten. „In den vier Jahren soll die Arbeitszeit erneut angeschaut werden, ebenso wie die Effizienz der Arbeitsverträge. Wir haben verschiedene Instrumente an die Hand bekommen, um eine Neubewertung in Gang zu setzen.“

Die Neubewertung wird auch die täglichen Arbeitsstunden betreffen sowie die Frage, ob sie höher bezahlt werden im Vergleich zu Überstunden. „Wir werden nach der Abstimmung sehen ... ob das genug für die Krankenschwestern ist, um sich zufrieden zu geben,“ sagte Ólafur.

Anfang des Monats hatte das Parlament ein Gesetz zur Beendigung des Streikes der Krankenschwestern und der Mitglieder der Akademikergewerkschaft BHM erlassen, welches in einer Massenkündigung im Universitätskrankenhaus Landspítali resultierte. Der Tarifstreit des BHM mit dem Staat indes geht weiter.

Die Beschäftigten der Industrie haben vorgestern einen Tarifvertrag unterzeichnet und damit einen angekündigten siebentägigen Streik von 10,500 Arbeitnehmern verhindert, welcher weitreichende Konsequenzen gehabt hättte. Andere Gewerkschaften im privaten Sektor haben ebenfalls Tarifverträge unterzeichnet.

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