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Viele Touristen sind nicht fürs Hochland vorbereitet

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Viele Touristen sind nicht fürs Hochland vorbereitet

Search and rescue services in Iceland

Themenfoto. Photo: Páll Stefánsson.

Allzuviele Wanderer, die versuchen, durch das isländische Hochland zu wandern, sind nicht auf die Bedingungen vorbereitet, denen sie unterwegs gegenüberstehen, sagen Vertreter der isländischen Bergwandervereinigung ITA.

Die ITA betreibt zusätzlich zu den isländischen Landsbjörg (ICE-SAR) eine Hochlandwacht, eine der Stationen befindet sich auf dem Hrafntinnusker, einem Etappenziel des beliebten Laugavegur Wanderweges im südlichen Hochland. Vor allem diese Station hat erst kürzlich einige nicht adäquat gekleidete und schlecht ausgerüstete Wanderer aus der Bredouille gerettet, denn da oben herrscht noch tiefster Winter, berichtet Fréttablaðið.

In einigen Fällen hatten Wächter die Wanderer sogar zur Hütte tragen müssen, sagt Páll Guðmundsson, der Direktor der ITA.

Viele ausländische Touristen seien nicht ausreichend warm gekleidet und würden defekte oder ungeeignete Zelte mit sich führen, und oft schätzten sie die Proviantmenge für den langen Weg falsch ein und hätten zuwenig Nahrungsmittel dabei.

„Die kaufen einen Trip ins Hochland, sind sich aber in keinster Weise bewusst, was isländische Bedingungen bedeuten. Die Temperatur kann unter den Nullpunkt gehen. Wenn die Leute nass und kalt werden und sich verirren, bekommen sie Angst und fangen an zu weinen,“ beschreibt er das Problem der Touristen und betont die große Verantwortung der Hochlandwächter und anderen Wanderern, den in Schwierigkeit Geratenen zu helfen.

Er äußerte sich auch kritisch jenen Reiseveranstaltern gegenüber, die im Juni und bis spät in den Herbst Wanderungen ins Hochland verkaufen.

„In den vergangenen 20 Jahren war das Hochland im Durchschnitt im Juli und August geöffnet. Island als touristisches Ziel zu verkaufen war sehr erfolgreich, aber man muss nichtsdestotrotz erkennen, was für Bedingungen im Hochland herrschen. Die Leute müssen verantwortungsbewusst sein und die Touristen darüber informieren, was sie dort oben antreffen könnten, wenn sie früh oder spät in der Saison unterwegs sind.“

Am Hrafntinnusker liegt immer noch ungewöhnlich viel Schnee, der nur langsam zu schmelzen beginnt, was die Wanderbedingungen ebenfalls erschwert. Für die Region wird heute zusätzlich dichter Nebel gemeldet.

Einige Hochlandpisten sind wegen des heftigen Schneefalls im Winter und dem späten Frühling ebenfalls immer noch geschlossen. Reisende werden gebeten, die bereits geöffneten Straßen mit großer Vorsicht zu befahren. Dort wo der Schnee geschmolzen ist, kann der aufgetaute, schlammige Boden zu erschwerten Fahrbedingungen führen, auch mit Unterspülungen und der Gefahr von tiefen Löchern in der Straße als Folge muss überall gerechnet werden. Das Umfahren solcher Stellen (off-road) ist streng verboten und wird mit empfindlichen Geldstrafen geahndet.

Islands Hochland ist ausschließlich mit allradbetriebenen, höhergelegten Jeeps befahrbar.

Auf vegagerdin.is können Sie sich über den Straßenzustand informieren. Auf der Seite safetravel.is finden Sie aktuelle Meldungen und Warnhinweise zu den Bedingungen im Hochland, überdies können Sie hier Ihre Reisekoordinaten eingeben, was im Notfall eine Rettung beschleunigen kann.

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