Reykjavík
4°C
NE

Eingedampfte Walfang-Quote in Sicht?

Nachrichten

Eingedampfte Walfang-Quote in Sicht?

Icelandic minke whale meat.

Zwergwalfleisch. Photo: Páll Stefánsson.

Außenminister Gunnar Bragi Sveinsson schlug in einem kürzlich von Skessuhorn, einer west-isländischen Wochenzeitung, geführten Interview vor, Island solle überdenken, denWalfang einzuschränken – nicht unbedingt aus Überzeugung, sonder aus rein praktischen Überlegungen heraus.

„Wir hier im Außenministerium haben am eigenen Leib erfahren, wie manchmal auf Island herabgeschaut wird wegen [des fortgesetzten Walfangs]“, sagte Gunnar Bragi gegenüber Skessuhorn.

„Unsere Partnerschaft mit den USA ist insgesamt gesehen sehr gut, obwohl der Walfang bei bestimmten Dingen im Wege steht. Wir wurden auf einige Treffen und Konferenzen nicht eingeladen, in denen es um das Meer ging.“

US-Außenminister John Kerry stieß das Land in besonderer Weise vor den Kopf, als er Island nicht zu der von seinem Minsterium gesponserten Konferenz „Our Ocean“ im Juni 2014 in Washington einlud.

„Aber ich denke, im Moment geht eine Veränderung vor sich – weil wir versuchen, über Lösungen nachzudenken, unsere Argumente zu begründen und ihre Argumente ernst nehmen“, fügte Gunnar Bragi hinzu.

„Wir sollten uns nicht das Recht nehmen lassen, von dieser Ressource zu profitieren, mehr als jeder andere. Aber wir sollten auch darüber nachdenken, uns mit der Internationalen Walfang-Kommission besser zu stellen, beispielsweise dadurch, dass wir pro Jahr weniger Wale jagen.“

Gunnar Bragi zeigte sich in der Vergangenheit Kritik gegenüber dem Isländischen Walfang ablehnend. Er wies etwa darauf hin, dass viele der Länder mit harter Haltung gegenüber dem isländischen Walfang, schlecht in Sachen Menschenrechte dastünden, laxe Umweltpolitik betrieben, mit der sie den ganzen Globus gefährdeten.

„Wir glauben daran, dass es unser Recht ist, Wale zu jagen. Es scheint einem Markt für Walprodukte zu geben, obwohl ich da nicht involviert bin“, sagte Gunnar Bragi vergangenes Jahr gegenüber RÚV.

„Wir haben über viele Jahre hinweg gezeigt, dass wir nachhaltigen Fischfang praktizieren, sowie unsere Ressource nachhaltig nutzen. Beim Walfang ist das nicht anders.“

In der Saison 2015 erlaubt die Quote, 154 Finnwale und 229 Zwergwale zu töten.

Besonders kritisiert wird in Island und dem Ausland die fortgesetzte Jagd auf die gefährdeten Finnwale, sie diene keinem Zweck, denn der Markt für Fleisch von Finnwalen sei extrem begrenzt.

Allein das Fleisch der Zwergwale, deren Gefährdung von der IUCN (International Union for Conservation of Nature) kaum gesehen wird, wird in Island kommerziell an Restaurants oder Lebensmittelgeschäfte vermarktet.

Related

More news

Booking.com

Please consider supporting Iceland Review

IR Online

€3

Support

per month
IR Online

€5

Support

per month
IR Online

€10

Support

per month
IR Magazine

€55

For 6 Issues

per year