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Kontroverse wegen sexueller Übergriffe

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Kontroverse wegen sexueller Übergriffe

Photo: Dagmar Trodler

Drei Frauen haben im Universitätskrankenhaus Landspítali in Reykjavík in der Notaufnahme vorgesprochen, nachdem sie angeblich am vergangenen langen Wochenende Verslumannahelgi bei den Festlichkeiten auf den Westmännerinseln sexuell missbraucht worden, berichtet ruv.is

Vor dem Wochenende hatte die Polizeipräsidentin der Westmännerinseln, Páley Borgþórsdóttir, eine grosse Kontroverse angezettelt, als sie ankündigte, dass Vorfälle von sexuellem Missbrauch den Medien nicht berichtet werden würden. Diese Ankündigung war unter anderem vom isländischen Journalistenverband scharf kritisiert worden. Eine grosse Anzahl von Bloggern und Journalisten hatten ihren Zorn auf Facebook und in den Medien zum Ausdruck gebracht und sich über die Gründe für Páleys Verhalten gewundert. Viele waren der Ansicht, dass die ein Versuch sei, jegliche Stimmen zum Verstummen zu bringen, die das in diesem Jahr von 15.000 Menschen besuchte Festival in Misskredit bringen könnten.

Am 3. August hatte die Polizei der Westmännerinseln der Presse einen detaillierten Bericht über Vorfälle beim Festival zukommen lassen. Darin wurde von 70 Fällen von illegalem Drogenbesitz, einem Überfall, der in einer Festnahme endete und vier Verkehrsdelikten berichtet. Es gab keine Erwähnung von sexuellen Übergriffen.

Auch auf eine Anfrage von RÚV verweigerte die Polizeipräsidentin jegliche Auskunft. Sie sagte, dies geschehe im Versuch, die Opfer von sexueller Gewalt zu schützen. Die Entscheidung für das Vorgehen sei in Zusammenarbeit mit Experten gefällt worden.

Diese Behauptung erregte grossen Zorn bei Stígamót, dem Beratungszentrum für Überlebende von sexuellerm Missbrauch und Gewalt, welches nicht konsultiert worden sei.

Vorletzte Nacht gab Páley schliesslich in einem Interview mit RÚV zu, dass zwei Vorfälle von sexueller Gewalt aktenkundig geworden waren. Sie sagte, sie sei gezwungen, Informationen der Notärzten des Landspítali preiszugeben, dass diese Vergewaltigungsopfer behandelt hätten.

Sie drückte ihre Enttäuschung darüber aus dass die Information durchgesickert sei, und ihre Frustration, dass ihr Telefon den ganzen Tag nicht stillgestanden habe.

Sie blieb bei der Ansicht, dass das Festival ein Erfolg gewesen sei und dass niemand ernsthaft verletzt worden sei. “Es gab keinen gebrochenen Schädel oder andere ernsthafte Verletzungen,” sagte sie.

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