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Reykjavík nimmt Boykott auf Druck zurück

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Reykjavík nimmt Boykott auf Druck zurück

Reykjavík City Hall

Das Rathaus in Reykjavík. Photo: Páll Stefánsson.

Die Reykjavíker Stadtversammlung hat in der vergangenen Woche ihre Ankündigung zurückgenommen, Waren aus Israel zu boykottieren, heißt es in einer Pressemeldung der Stadt. Die Ankündigung vom 15. September hatte heftige Reaktionen hervorgerufen, nicht nur aus Israel, sondern auch weltweit.

Die Aktion war als symbolischer Akt gemeint gewesen, um gegen die israelische Besatzung Palästinas zu protestieren. Sie war der letzte Vorschlag von Björk Valdimarsdóttir, einem Mitglied der Stadtversammlung, die ihren Posten verlassen wird. Die Reaktionen waren heftiger ausgefallen als man erwartet hatte, es hatte sogar Rücktrittsforderungen gegen Bürgermeister Dagur B. Eggertsson gegeben.

Eine ganze Reihe von Passagieren der Fluggesellschaften Icelandair und WOW Air hatten ihre Flüge nach Island gecancelt, und auch Reiseveranstalter hatten von Stornierungen berichtet. Das isländische Bier Einstök war aus den Regalen einer Supermarktkette an der US-Ostküste verschwunden, berichtete mbl.is.

Am 19. September hatte der Chef der isländischen Arion Banki, Höskuldur H. Ólafsson, eine Email an den Reykjavíker Bürgermeister Dagur B. Eggertsson weitergeleitet, die von Eggert Dagbjartsson von Equity Resource Ivestments stammte und an Höskuldur gerichtet war.

In der Email drückte Eggert seine Besorgnis darüber aus, dass der Boykott negative Auswirkungen auf den geplanten Bau des Marriott Hotels direkt neben der Konzerthalle Harpa haben könnte, da Schlüsselpersonen, die für ein Gelingen des Projektes zuständig sind, jüdische Amerikaner seien. Der Bankdirektor wird in der Email dazu gedrängt, seinen Einfluss zu nutzen, um die Aktion zu widerrufen.

Die Email wurde in einer Presseerklärung der Reykjavíker Stadtversammlung veröffentlicht. Im Mailtext steht ebenfalls zu lesen, dass Höskuldur dem Bürgermeister ankündigt, es könne durchaus sein, dass ähnliche Emails wegen anderer Projektvorschläge an die Bank gesendet werden.

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