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Trainermangel in Island

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Trainermangel in Island

Photo: Dagmar Trodler

In ganz Island sind Pferdezüchter und Trainingsstationen auf der Suche nach Trainern, schreibt Hestafréttir.is heute morgen. Es scheint ein permanenter Mangel an Fachkräften zu herrschen. Die meisten, mit denen hestafréttir gesprochen hat, liessen wissen dass es schwierig sei, erfahrene Trainer für das Pferdetraining zu finden – also solche, die wirklich Erfahrung in der Ausbildung von Pferden haben und die Turnierpferde wie Zuchtpferde vorstellen können.

Eine ganze Reihe von jungen Trainern schliesst jedes Jahr die Ausbildung an der Hochschule in Hólar ab, doch scheint dies für den Beschäftigungszweig nicht auszureichen, denn die wenigsten wollen nachher in der Branche arbeiten. Hinzu kommt dass ein grosser Teil der Hólarschüler aus dem Ausland kommt, und viele von ihnen gehen nach der Ausbildung in ihr Heimatland zurück.

“Ich hatte im vergangenen Jahr richtig Probleme, gute Trainer zu finden,” sagte ein Züchter aus Nordisland im Interview. “Und da geht es nicht nur um das Gehalt, weswegen man keine Leute findet, auch andere Faktoren spielen eine Rolle, etwa dass die Leute in der Nähe anderer Trainer sein wollen, sie wollen sicher sein, dass sie turnierfähige Pferde ins Training bekommen, und viele von ihnen wollen viel zu viele Stellplätze für sich selber haben. Das ist ein Teufelskreis in der Branche.”

In Südisland klagen ebenfalls viele grosse Gestüte, die sowohl Pferde aus eigener Zucht als auch Pferde in Kommission im Stall stehen haben, über einen Trainermangel. “Das ist schwer, Leute für die Arbeit zu finden,” sagt ein Züchter. “und mit wenigen Ausnahmen bleiben die nicht lange. Man kann froh sein, wenn ein guter Trainer mal ein halbes Jahr bleibt, danach wollen viele sich verändern.”

Viele erwähnen auch dass es teuer sei, ein Pferd ins Training zu schicken. “Das sind oft 65 bis 80.000 ISK im Monat nur für das Pferd, dann kommen noch Beschlag und alles mögliche andere dazu, Tierarzt etwa. Am schlimmsten ist aber, dass die Trainingsqualität dem Preis nicht entspricht, manchmal wird die Hauptarbeit von ausländischen Pferdemädels verrichtet, die bisweilen weniger können als der Besitzer selber, der aber davon ausgegangen war, dass er einen Fachmann für die Arbeit bezahlt, sagte eine Frau aus Mosfellsbær.”

Ein anderer meint, es seien oft die besten Reiter, die durch ihre Leistungen auf der Turnier-und Zuchtbahn Aufmerksamkeit erregen, und dann schicken die Leute ihre Pferde natürlich zu ihnen und nicht woanders hin.

“In Wahrheit ist es dann aber so, dass der berühmte Reiter viel zu viele Pferde mit Training hat und das gar nicht bewältigen kann. Seine Helfer versuchen dann ihr Bestes, doch schaffen sie oft weniger als der, der die Verantwortung trägt und den Trainingsstall betreibt.” sagt ein Pferdebesitzer aus Garðabær. “Ich hatte Pferde bei hervorragenden Leuten im Training, die aber wegen Unorganisiertheit und Geldmangel zuviele Pferde angenommen haben und oft nicht mal den Überblick hatten. Das wird dann auch nicht besser wenn sie viele Turniere reiten, denn dann bleibt die Arbeit an vielen Tagen im Monat einfach liegen. Im Frühjahr füllt sich dann der Stall mit Pferden für die Zuchtschauen, oder für Turniere. Auch im Winter werden die Trainingszeiten immer kürzer, aber genau das sind die Trainingsperioden, die den Betrieb erhalten.” sagt dieser Pferdebesitzer, der über die Jahre viele Trainer erlebt hat.

Am besten laufe es dort wo die Leute ihre jungen Pferde selber ausbilden und sie in die Reitpferdelaufbahn schicken, sagt ein anderer. Viele bekannte Gestüte hätten dies anderen voraus. “Und wenn diese ganzen ausländischen Mädchen nicht hier wären und viele von ihnen nicht auch länger blieben, dann wäre die Branche nur halb so gut wie sie heute ist.” sagt er noch.

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