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Leck am Landspítali?

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Leck am Landspítali?

Landspítali National University Hospital

Photo: Sverrir H. Geirmundsson.

Die Verwaltung des Universitätskrankenhauses Landspítali untersucht derzeit, ob persönliche Informationen aus dem Krankenhaus an das Amt für Einwanderungsangelegenheiten weitergegeben worden sind, berichtet RÚV. Ein vietnamesisches Ehepaar erwägt wegen schweren Vertrauensbruchs und Verletzung der Privatspäre rechtliche Schritte gegen das Krankenhaus.

Van Hao Do und Thi Thuy Nguyen leben beide in Island. Der Mann lebt bereits seit seiner Kindheit hier und hat eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis, die Frau zog im Jahr 2013 nach Island. Sie heirateten im Dezember des gleichen Jahres und Thi Thuy brachte im vergangenen Jahr ein Kind zur Welt. Ihre Aufenthaltserlaubnis lief im vergangenen April ab. Die Tageszeitung Fréttablaðið brachte in der vergangenen Woche einen ausführlichen Bericht über den Fall.

Das Amt für Einwanderungsangelegenheiten verweigerte Thi Thuy eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung und bezeichnete die Heirat als Gefälligkeitsehe. Die Schlussfolgerung basierte auf einem Hochzeitsvideo, welches, so die Behörde, eine unglückliche Braut zeige. Überdies gab es Informationen vom Universitätskrankenhaus, dass die Braut sehr kindlich und jung sei, und der Bräutigam schüchtern.

Diese Auskunft sei Thi Thuys Anwalt zufolge per Telefon gegeben worden. “Das ist ernst,” sagt Björg Valgeirsdóttir, “weil solch ein Leck in einer öffentlichen Institution nicht stattfinden darf, schon gar nicht am Landspítali. Das Krankenhaus hat im Verdachtsfall nur eine Meldepflicht der Kinderschutzbehörde gegenüber. Wie es scheint, war die Weitergabe der Information vom Krankenhaus an die Einwanderungsbehörde in jeder Hinsicht gegen das Gesetz. Daher, so sehe ich das, hat das Einwanderungsamt kein Recht, seine Entscheidung auf solche Informationen zu stützen – und erst recht nicht, sie in einem Brief an die Polizei der Stadt Reykjavík weiterzuleiten.”

Björg glaubt dass die Information bei der Geburt des Kindes weitergegeben worden sei. Sie sagt, das Ehepaar weise den Verdacht, geheiratet zu haben um eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen, weit von sich. “Das ist ein junges Paar, das sich liebt und ein Kind zusammen hat,” sagt sie.

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