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Alcoa macht Verluste und ist Rekordprofiteur zugleich

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Alcoa macht Verluste und ist Rekordprofiteur zugleich

Alcoa Fjarðaál aluminum smelting plant

Photo: Páll Stefánsson.

Die Unternehmung des Aluminiumherstellers Alcoa hat in Island von Beginn an Verluste gemacht, berichtet RÚV. Als “absichtlichen Verlust” und “Skandal” bezeichnet hingegen Indriði Þorláksson, der ehemaligen Leiter der isländischen Steuerbehörde die verlorenene Gelder. Alcoas Geschäftsführer Magnús Þór Ásmundsson erklärt die Verluste durch Investitionen.

Im vergangenen Jahr hatte Alcoa in Iceland, der Betreiber des Aluminiumschmelzers im ostisländischen Reyðarfjörður, welcher unter dem Namen Alcoa Fjarðaál ehf. firmiert, dem Mutterunternehmen in Luxemburg fast 3.5 Mrd. ISK (24,8 Mio EUR) an Zinsen überwiesen.

Alcoa hat RÚV zufolge niemals eine sogenannte Unternehmenssteuer in Island gezahlt und niemals Gewinne gemacht. Zur gleichen Zeit wurden 57 Mrd ISK aus dem hiesigen Unternehman in Form von Zinszahlungen an Luxemburg überwiesen, welche nicht versteuerbar sind und vom Profit in Island abgezogen werden. Daher hat Alcoa in Island niemals Gewinn angegeben und niemals Steuern auf Gewinne gezahlt.

Finanzieller Verlust ist es jedoch nicht, was das Mutterunternehmen Alcoa in den Vereinigten Staaten sieht. In seinem Jahresreport von 2012 wird das Unternehmen Fjarðaál in Island als grossartig hingestellt und für seine Rekordprofite gelobt, die 20 Mal höher als bei anderen Aluminiumschmelzern liegen.

Im Report heisst es, “In Norwegen und Island haben bezahlbare Energie und technische Neuerungen dabei geholfen, unsere Schmelzer zu führenden Gewinnern unter unseren globalen Hauptunternehmen zu machen.”

In den isländischen Geschäftsbüchern des Unternehmens sind keine derartigen Gewinne verzeichnet.

Alcoas Unternehmungen in Island wird von der Alcoa Global Treasury finanziert, welche in Luxemburg ansässig ist. Alcoa Fjarðaál schuldet dem Unternehmen 210 Mrd ISK (1,49 Mio EUR), oder mehr als Alcoa Icelands gesamte Aktien. In den vergangenen acht Jahren hat Alcoa Iceland fast 60 Mrd ISK (425 Mio EUR) an Zinsen gezahlt, doch sind seine Schulden während des gesamten Zeitraums kaum gesunken.

Der ehemalige Leiter der isländischen Steuerbehörde Indriði Þorláksson sagte, der Gewinn des Unternehmens verlasse das Land ganz einfach als Zinszahlung. “Natürlich ist das ein Skandal, um es mal so zu sagen. Natürlich sollten wir unsere Faust auf den Tisch hauen und sagen: 'Das muss geändert werden.'”

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