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Njósnari - Der Spion von Ísafjörður

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Njósnari - Der Spion von Ísafjörður

Seyðisfjörður, the West Fjords.

Photo: Páll Stefánsson.

Am 28. Januar hat im Bíó Paradís der Film Njósnari – Lygar og fjölskydubönd (Spion - Lügen und Familienbande) Premiere, eine Regiearbeit von Helgi Felixson, der hier ein Kapitel isländischer Weltkriegsgeschichte kritisich aufbereitet, berichtet RÚV.

Im Jahr 1941 nahmen Angehörige der in Island stationierten britischen Armee die in Island lebenden Deutschen Gertrud Häsler und ihre Tochter und Frau Scheiter, sowie die vier Isländer Jóhann Eyfirðingur, Tryggvi Jóakimsson und seine Frau sowie Þorbergur Þorbergsson fest und brachten sie nach Grossbritannien, wo sie für zwei Monate festgehalten und verhört wurden, nachdem sie dem Deutschen August Lehrmann bei der Flucht und beim Verstecken vor den Briten geholfen hatte. Helgi Felixsons Grosseltern waren ebenfalls betroffen.

Das Geheimnis habe stets in seiner Familie geschlummert, sagt Helgi Felixson, niemand habe darüber gesprochen. “Mein Grossvater war ein angesehener Mann in Ísafjörður, für ihn war das eine Katastrophe. Daraus folgte eine grosse Schande, die wir Nachfahren geerbt haben. Diese Schande erstarrte in Schweigen. Das wurde einfach nicht besprochen,” erzählt Helgi. Die Schande drängte ihn dazu, diesen Film zu produzieren.

Über den Deutschen August Lehrmann ist nicht viel bekannt. Im Jahr 1939 war er nach Island gekommen, einen halben Monat vor dem deutschen Überfall auf Polen. Lehrmann arbeitete für einen deutschen Grosshändler und kam durch diesen nach Ísafjörður.

Als die Briten am 10. Mai 1940 Island besetzten, befand sich Lehrmann im Zeltlager in Þingvellir. Als er vom Kommen der Briten hörte, beschloss er zu fliehen. Mehrere Isländer waren ihm bei der Flucht behilflich, versteckten ihn oder halfen ihm in Booten über Fjorde. Sein Versteckspiel in den Westfjorden dauerte fast ein Jahr, bevor er schliesslich festgenommen und deportiert wurde. Bis heute ist nicht geklärt ob Lehrmann als Spion für die Nazis nach Island gekommen war.

Hier gibt es den Trailer zum Film, welcher mit englischen Untertiteln ausgestattet ist.

Im Jahr 2004 war bereits der Roman Flóttann von Sindri Freysson zum gleichen Thema erschienen. Hier lesen Sie ein isländisches Interview mit dem Schriftsteller über mutmassliche gewaltvolle Verhöre durch die Briten.

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