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Knochen von Sagadichter gefunden

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Knochen von Sagadichter gefunden

Old Icelandic manuscript

Photo: Árni Magnússon Institute/Facebook.

Schwedische Archäologen haben möglicherweise die Überreste des Skalden Jökull Bárðarson gefunden, den der Norwegerkönig Ólaf der Heilige in Gotland im Jahr 1029 töten liess. Sollte sich die Annahme bestätigen, sind dies die ältesten sterblichen Überreste eines Isländers, die jemals gefunden worden sind, berichtet RÚV. Jökull war ein Vetter von Grettir dem Starken und ein grosser Dichter.

Die gefundenen Knochen befinden sich zusammen mit den Gebeinen von sechs anderen Toten in einem Grab in St. Ólafsholm in Hellvi in Gotland. Der Gotensage zufolge soll Olaf der Heilige hier an Land gestiegen sein.

Snorri Sturluson erzählt in seiner Saga über den Norwegerkönig Olaf, dass dieser Jökull Bárðarson habe enthaupten lassen, weil er ein Anhänger seines Feindes Jarl Hákon war. Überdies habe er sich in Versen über den König lustig gemacht. Der Sage zufolge soll Jökull bei der Enthauptung gesessen haben. Als er die Axt durch die Luft sirren hörte, soll er aufgesprungen sein, und die Axt verfehlte seinen Hals und landete im Kopf. Der König hielt den Skalden für tot, doch hatte dieser noch Kraft für einen letzten frechen Vers, bevor er starb.

Das Alter der Knochen, die mithilfe der C14-Methode untersucht worden waren, könnte zur Geschichte passen, und auch die Schädelverletzung passt zur Beschreibung in Snorris Saga. Derzeit wird anhand von DNA und Isotopen aus den Zähnen untersucht, ob der Mann in Island geboren wurde. Nach Vorliegen dieser Ergebnisse kann zweifelsfrei behauptet werden dass man 987 Jahre nach seiner Enthauptung einen Mann aus den Isländersagas wiedergefunden hat.

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