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Island erkochen

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Island erkochen

Photo: Gabriele Schneider

Wenn man ein Buch schreibt und einen Preis dafür gewinnt, darf man zu Recht stolz sein. So erging es Ursula und Markus Jäger mit ihrem Erstlingswerk „Leckeres Island: das große Koch- und Backbuch“. Es wurde gerade beim „Gourmand World Cookbook Award 2016“ als Deutschland-Sieger in der Kategorie Skandinavische Küche ausgezeichnet.

Das Buch unterteilt die Rezepte in Suppen, Fleischspeisen und Fischgerichte, Gemüse, Beilagen, Desserts, Gebäck, Weihnachten, Brote, Salze und Spezialitäten. Zu letzteren gehört unter anderem gesengter Schafskopf (Svið); für die, die tiefer in die traditionelle Kücheeintauchen möchten.

In einem farblich abgesetzten Kasten finden sich jeweils die Zutaten zu den Rezepten, und die Herstellung des jeweiligen Gerichts wird Schritt für Schritt und auch für Kochlaien gut verständlich erklärt. Fotos zeigen, was den Koch und seine Gäste erwartet.

Das Ehepaar Ursula und Markus Jäger bereist Island seit 2004 und kam dabei auch auf den Geschmack der isländischen Küche. Ursula Jäger, die für den Textteil verantwortlich zeichnet, sammelt schon seit Jahren Rezepte aus Island. Beispielsweise fand sie einige im Internet. „Später kamen noch Kochbücher hinzu, erst auf Deutsch, dann auf Englisch, später auf Isländisch“, erzählt sie. In Island geht sie mittlerweile gezielt auf die Suche nach Rezepten, in Büchereien etwa. Und auf einer Reise durch die Westfjorde mit lernte sie Kochbuchautorin Guðlaug Jónsdóttir kennen.

„Im Grunde gibt es ja für die meisten „typisch isländischen“ Gerichte etliche verschiedene Rezepturen: Der eine nimmt ein bisschen mehr hiervon, der andere ein bisschen mehr davon, der dritte lässt dies weg, nimmt aber dafür jenes...“, weiß Ursula Jäger. Darum sammelt sie zu jeder Speise mehrere Rezepte, kocht sie und entscheidet sich dann für das für sie schmackhafteste. Alle Rezepte im Buch haben also einen Praxistest durchlaufen und bestanden.

Markus Jäger übernahm die technische Seite des Buchs, redigierte die Texte, konzipierte die Erstellung der Seiten. Inhaltlich steuert er indes auch einiges bei: „Die Lakritzschokolade und das Kapitel über die Salze gehen auf meinen Mann zurück“, verrät Ursula Jäger. Das persönliche Lieblingsgericht im Buch ist bei beiden Autoren das gleiche: Lúðusúpa, also Heilbuttsuppe mit Sahne und Trockenpflaumen. Eine Speise, die den Autoren so gar nicht mundet oder über das sie geteilter Meinung wären, findet sich im 128-Seiten-Werk indes keines. „Vielleicht abgesehen vom Svið“, so Ursula Jäger. Allerdings, so betont sie, habe ihrder gesengte Schafskopf durchaus geschmeckt, „aber in einen deutlich erkennbarenSchafskopf zu beißen, war dann doch nicht wirklich meines“. Ihrer Verantwortung war sich die Autorin allerdings bewusst: „In ein Buch über isländische Küche gehören gesengteSchafsköpfe, allein schon aus Gründen des Lokalkolorits.“

Viele Rezepte testete Ursula Jäger, auch solche, die bei ihrem Mann in der schriftlichen Version zunächst aufgrund der Zutaten nicht auf Begeisterung stießen oder bei denen sie selbst erst einmal nicht durchweg entflammt war. „Aber auch davon ist nichts so schief gegangen, dass es mir letztlich nicht doch geschmeckt hätte“, erinnert sie sich. Tipps für die Zusammenstellung eines Menüs finden sich im Kochbuch nicht, doch die Autorin verrät Iceland Reviev einige ihrer Ideen:

Zum Einstieg in die isländische Küche: Vorspeise Lauch-und Fenchel-Creme-Suppe, Hauptgericht Kjötbollar (Fleischbällchen) mit Sauce, karamellisierte Kartoffeln, ofengebackener Blumenkohl und Rabarbarasulta (Rhabarber-Mus), Dessert Blaubeer-Eis. Für Gäste, die es ein wenig ungewohnter mögen: Vorspeise Heilbuttsuppe mit Rúgbrauð, (süßliches Roggenbrot) Hauptgericht Rentier mit Schokoladensauce, Thymian-Rübenmus und Löwenzahnsalat, Dessert: Rúgbrauð-Eis mit Rhabarbersirup.

Für ein Büffet: Kjötsúpa (Fleischsuppe), Karottensuppe mit Fisch und Krabben, unbedingt Plokkfiskur (Stampffisch) mit Rúgbrauð und Moosbrot, Fisch- und Fleischbällchen, gerollte Pönnukökur (Pfannkuchen), Skúffukaka (Schokokuchen) mit Lakritz und Kokosraspeln, Zimtschnecken, Gulrótarkaka (Karottenkuchen).

Das Buch „Leckeres Island: das große Koch- und Backbuch“ ist für € 24,99 unter anderem hier erhältlich.

Ein weiteres lesens- und nachkochenswertes Island-Kochbuch stellten wir vor einiger Zeit bereits vor:

Was Isländern mundet“ regt ebenfalls zum Kochen und Essen isländischer Gerichte an. Es wird in Buch- oder Souvenirläden in ganz Island verkauft.

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