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Decode-Chef nennt neue Krankenhausidee eine "Kriegserklärung"

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Decode-Chef nennt neue Krankenhausidee eine "Kriegserklärung"

Landspítali National University Hospital

Photo: Sverrir H. Geirmundsson.

Der Chef des isländischen Genforschungsinstitutes Decode, Kári Stefánsson, hat Premierminister Sigmundur Davíð Gunnlaugssons Vorschlag, ein neues Krankenhaus an anderem Ort als geplant zu errichten, als “Kriegserklärung” bezeichnet.

In seinem offenen Brief, der heute im Fréttablað erschienen ist, kritisierte Kári den Premierminister scharf für sein Verhalten im Amt und bezieht sich vor allem auf den am Freitag geäusserten Vorschlag, das neue Universitätskrankenhaus im Reykjavíker Vorort Garðarbær auf dem Grundstück des Vífilsstaðir Krankenhauses zu errichten, statt an der Hringbraut, wo es sich derzeit befindet. Pläne für ein neues Krankenhaus liegen bereits seit 15 Jahren vor. Die dringende Notwendigkeit für ein neues Gebäude war wiederholt von führenden Persönlichkeiten aus dem Gesundheitswesen angemahnt worden.

In seinem Brief betont Kári die Dringlichkeit für ein neues Krankenhausgebäude und kritisiert Sigmundur dafür, einen neuen Bauplatz vorgeschlagen zu haben, ohne andere Regierungsmitglieder vorher konsultiert zu haben. “Bjarni Ben[ediktsson, der Finanzminister] und Kristján Þór [Júlíusson, der Gesundheitsminister] erfuhren deinen Vorschlag aus den Nachrichten.” schreibt er.

Kári gibt zu, dass das Grundstück in Vífilsstaðir schön sei und möglicherweise auch praktischer für ein Krankenhausgebäude, aber seiner Ansicht nach ist die Dringlichkeit eines Neubaus wichtiger, und an der Hringbraut sei bislang mehr für die Bauplanung getan worden. Die Art und Weise, wie der Vorschlag auf den Tisch gebracht worden sei, ähnle “einer Art Kriegserklärung gegen den Koalitionspartner und all jene, die sich um Gesundheitsfürsorge im Land kümmern.”

Die einzige Person, die der Premierminister Kári zufolge konsultiert hatte, war der Chef des Gesundheitsamtes, welcher, so Kári, sich gegen den Vorschlag aussprach.

Kári schreibt, dass die Vorschläge des Premierministers die Bauarbeiten für ein neues Krankenhaus entweder verzögern, oder dass seine Worte ignoriert werden müssen.

Káris Petition an die Regierung, welche mehr finanzielle Mittel für das isländische Gesundheitswesen fordert, hat inzwischen 84684 Unterschriften erbracht, mehr als jede andere Petition in der Geschichte des Landes.

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