Reykjavík
3°C
NNE

Aktion gegen Lohndumping

Nachrichten

Aktion gegen Lohndumping

Money - Icelandic Króna

Photo: Páll Kjartansson

Die Gewerkschaft Báran untersucht in Südisland derzeit 20 Fälle von ungesetzlichen Beschäftigungsverhältnissen wie Schwarzarbeit oder Ausnutzung von Arbeitskräften. Einer davon ist der Polizei gemeldet worden, berichtet Vísir.

“Manche der Arbeitgeber haben einen klaren Willen, das Gesetz zu brechen,” sagt Halldóra Sigríður Sveinsdóttir von der Gewerkschaft, “andere merken gar nicht, wie sie die Grenze überschreiten. Ihr Betrieb wächst und man muss ihnen sagen dass man nicht von früh bis spät die ganze Woche durch arbeiten darf.”

Geplant ist ein gemeinschaftliches Kontrollorgan, gebildet aus Finanzamt, Arbeitgeberverband und Gewerbeaufsicht, um Beschäftigungsverhältnisse besser im Auge behalten zu können. RÚV berichtet heute morgen, dass ein polnischer Subunternehmer des Bauunternehmens LNS Saga wegen der Unterbezahlung von 50 ausländischen Arbeitnehmern ins Visir der Behörden geraten ist. Die Bauarbeiter waren 68 Stunden pro Woche im Einsatz und erhielten 1200 ISK (8 EUR) ausgezahlt.

Am verbreitetsten ist Lohndumping jedoch in der Tourismusbranche. Auf Webseiten wie workaway.com wurden in der Vergangenheit Stellenangebote vor allem im Tourismus veröfffentlicht, wo gezielt nach Freiwilligen oder Beschäftigten im kulturellen Austausch gesucht wurde.

“Das ist das gravierendste Erscheinungsbild von Lohndumping auf dem Arbeitsmarkt,” sagt Drífa Snædal von der Gewerkschaft SGS. “Wir kontrollieren diese Seite regelmässig und geben die Informationen weiter.” Worauf viele Stellenanzeigen gleich wieder verschwinden. Schwarze Schafe seien vor allem Hotels und Gästehäuser, die nach Freiwilligen suchten.

Unbezahlte Arbeit in einem auf Wirtschaftlichkeit ausgerichteten Beschäftigungsverhältnis, sei es für Produktion, Verkauf oder Serviceleistung, befindet sich in Wettbewerb mit anderen Unternehmen, die die selbe Arbeit entlohnen und ist daher ein unzumutbares Lohndumping auf dem isländischen Arbeitsmarkt, welches weder Tarifverträgen noch Gesetzen standhält. Bei den Beschäftigungsverhältnissen handelt es sich vor allem um Jobs im Tourismus, im Hotel- und Gaststättengewerbe, Reittouranbieter, sowie Allroundjobs auf Bauernhöfen, berichtet mbl.is.

Das isländische Finanzamt informiert, dass Unternehmen, die Arbeitsleistungen von Personen entgegennehmen, ohne dafür Lohn zu zahlen, diese Arbeitsleistung als steuerpflichtiges Geschenk deklarieren müssen, wobei der Wert des Geschenks am für die entsprechende Arbeit üblichen Lohn bemessen wird, welcher nicht unter dem tarifvertraglich vereinbarten Mindestlohn liegen darf.

Wie mbl.is schreibt, ist nicht entlohnte Arbeit daher abgabenpflichtig für den Arbeitgeber. Auch der Arbeitnehmer, der sich seine Tätigkeit in einem wirtschaftlich arbeitenden Unternehmen gegen Kost und Logis auszahlen lässt, muss den Gegenwert der Leistungen versteuern.

More news

Booking.com

Please consider supporting Iceland Review

IR Online

€3

Support

per month
IR Online

€5

Support

per month
IR Online

€10

Support

per month
IR Magazine

€55

For 6 Issues

per year