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Inhaftierte Banker auf freien Fuss

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Inhaftierte Banker auf freien Fuss

Former chair of Kaupþing Sigurður Einarsson.

Photo: Geir Ólafsson.

Drei inhaftierte Banker der zusammengebrochenen Kaupþing Bank werden heute aus dem Gefängnis in eine beinahe unbeschränkte Freiheit entlassen, nachdem im März in aller Eile ein entsprechendes Gesetz durch das Parlament geboxt worden war.

Stundin berichtet, dass Sigurður Einarsson, der frühere Vorstandsvorsitzende von Kaupþing, Magnús Guðmundsson, der ehemalige Chef von Kaupþing Luxembourg, und Ólafur Ólafsson, der Geschäftsführer von Samskip und einer der grössten Aktionäre der Kaupþing Bank, heute aus der Justizvollzugsanstalt Kvíabryggja entlassen werden.

Sie waren wegen Wirtschaftsverbrechen, die zum Zusammenbruch der isländischen Banken geführt hatten zu Haftstrafen von vier bis fünf Jahren verurteilt worden und hatten davon etwa ein Jahr abgesessen.

Die drei Banker werden heute in einen offenen Vollzug nach Vernd gebracht und dürfen dort vollkommene Freiheit geniessen. Die einzige Auflage besteht darin, nachts zum Schlafen dorthin zurückzukehren. Nach dem offenen Vollzug werden sie mit einem elektronischen Überwachungssystem ausgestattet und dürfen in ihr normales Leben zurückkehren.

Die vorzeitige Freilassung war durch eine Gesetzesänderung im März möglich geworden.

Mit der Gesetzesänderung wird es Gefangenen ermöglicht, die Länge ihre Freiheitsstrafe ausserhalb des Gefängnisses unter elektronischer Überwachung zu verdoppeln. Bislang waren 2,5 Tage pro Haftmonat mit elektronischer Überwachung üblich gewesen, nun sind es 5 Tage.

Das bedeutet, dass ein Gefangener, der zu einem Jahr Haft verurteilt worden ist, nun die letzten 60 Tage seiner Haft mit elektronischer Überwachung innerhalb der Gesellschaft verbringen kann, anstelle von bisher 30 Tagen. Die Regeländerung erlaubt dadurch generell eine frühere Entlassung von Gefangenen.

Das Parlament stimmte dem Vorschlag im letzten Monat zu, die Änderungen wurden mit hohem Tempo implementiert. Ungenannten Quellen zufolge hat Unnur Brá Konráðsdóttir, die Vorsitzende des Parlamenstgeneralausschusses und Abgeordnete der Unabhängigkeitspartei, sich sher für eine rasche Umsetzung der Gesetzesänderung eingesetzt.

Die Linksgrüne Bjarkey Olsen Gunnarsdóttir sagte Stundin, sie findet, die Änderung sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht angemessen und es habe ganz den Anschein als ob sie mit diesen drei besonderen Gefangenen im Hinterkopf geschaffen worden sei.

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