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Islands Präsident zieht Kandidatur zurück

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Islands Präsident zieht Kandidatur zurück

Ólafur Ragnar Grímsson

Photo: Páll Stefánsson.

Heute morgen gab der amtierende isländische Präsident Ólafyr Ragnar Grímsson bekannt, dass er seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen im Juni zurückziehe, berichtet RÚV.

In seiner Erklärung sagte er, die Nation könne sich nun “erfolgreich einen neuen Präsidenten erwählen und ich bin, nachdem ich für eine lange Zeit in Bessastaðir (der präsidialen Residenz) war, an Herz und Seele bereit, neue Aufgaben zu übernehmen.” Ólafur Ragnar ist 20 Jahre lang Staatspräsident gewesen.

Gestern schien er schon nicht mehr ganz so entschlossen wie zuvor, seine sechste Amtszeit in Angriff zu nehmen. In einem Interview mit dem Sender Stöð 2 hatte er geäussert, die Kandidaturen des Historikers Guðni Th. Jóhannes und des frühreren Premierministers Davíð Oddsson hätten das Bild verändert, seit er selbst am 18. April beschlossen habe, ein weiteres Mal zu kandidieren. Es gibt jedoch immer noch keine klare Antwort, was er zu tun gedenke, berichtet RÚV.

Er habe natürlich viel über die Veränderungen nachgedacht, die sich seit seinem Entschluss zur Kandidatur ereignet haben. Die grosse Ungewissheit in der Gesellschaft zu dem Zeitpunkt haben sich verändert, sagte er Stöð 2 gegenüber. Aber auch die beiden Persönlichkeiten, die sich jüngst zur Wahl gestellt haben, trugen dazu bei, dass sich das Bild veränderte. Der Historiker Guðni Th. Jóhannesson kenne die Geschichte des Präsidentenamtes besser als jeder andere, und Dabvíð Oddsson sei einer von Islands erfahrensten Politikern.

Auf die direkte Frage hin “Werden Sie Ende Juni auf dem Wahlzettelt stehen? Ja oder nein?” antwortete Ólafur “Man muss das ernsthaft überdenken, wenn sich solch eine Situation darbeitet, im Lichte dessen, was ich gesagt habe, was ich gedacht habe und was ich will, dann muss ich mich hinsetzen und diese veränderten Umstände in Betracht ziehen. Aber ich habe den Gedanken noch nicht zuende gedacht.”

Eine neue Umfrage von MMR vom 6. bis 9. Mai zeigte 59,2 Prozent Unterstützung für Guðni Th. Jóhannesson, wohingegen Ólafur Ragnar nur auf auf 25,3 Prozent potentieller Wählerstimmen kommen würde (im April noch 2,6 Prozent). Der Schriftsteller Andri Snær Magnason würde 8,8 Prozent der Stimmen erhalten (zuvor 29,4 Prozent). Alle anderen Kandidaten erhielten um die sechs Prozent der Stimmen. An der Umfrage nahmen 947 Wahlberechtigte teil. Davíð Oddsson erhielt 3,1 Prozent der Wählerstimmen, er hatte seine Kandidatur erst gestern bekanntgegeben, als drei Viertel der Daten bereits verarbeitet waren, berichtet Vísir.

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