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Sowjetischer Polizist ging ins (Fischer)netz

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Sowjetischer Polizist ging ins (Fischer)netz

National Film Archive of Iceand/Facebook

Bei den seltsamen Filmrollen, die Hummerfischer Anfang des Monats in der Bucht Faxaflói in ihren Netzen aus dem Meer zogen, handelt es sich um einen sowjetischen Film aus dem Jahr 1968. Mitarbeiter des Landes-Filmarchivs haben die Filme getrocknet und mehrere Tage genau untersucht.

Archiv-Leiter Erlendur Sveinsson sagte gegenüber RÚV: „Ich sah gleich, dass man einige Ausschnitts-Abzüge machen könnte. Ich suchte ein paar heraus und postete sie auf unserer Facebook-Seite. Und ich hoffte, dass jemand etwas wüsste.“

Dann wurde die Entscheidung getroffen, zwei der getrockneten Filmrollen zu scannen.

„Ich fand es schwierig zu glauben, dass wir Filmrollen vom Meeresgrund bekommen haben, dass wir sie getrocknet hatten, gescannt, und dass wir dann in der Lage waren, sie anzusehen und zu untersuchen“, so Erlendur.

Als Erlendur und seine Kollegen den Film schauten, erkannten sie, dass er aus der Sowjetunion stammen musste. „Aber wie alt er war, das war natürlich unklar.“

Gestern wurde das Rätsel dann gelöst: Der Film datiert nicht zurück in den Zweiten Weltkrieg, sondern in die Zeit des Kalten Kriegs.

National Film Archive of IceandFoto: Das Nationale Filmarchiv/Facebook.

Mikhail Timofeev erläuterte dies gestern auf der Archiv-Facebookseite. Mikhail, der in Island lebt, sah den Film schon als Kind. Der Streifen trägt den Titel „Derevenskij detekviv“, was so viel wie Landpolizist bedeutet. Er stammt aus dem Jahr 1968 und handelt von Polizeioffizier Aniskin und seiner Arbeit in einer Kleinstadt.

Der Fund des Films erregte viel Aufmerksamkeit. Die Russische Botschaft schickte eine Anfrage bezüglich des Streifens ans Filmarchiv in Moskau, die Internationale Vereinigung von Filmarchiven schickte eine Nachricht an alle 162 Mitglieder, in der Hoffnung, den Film identifizieren zu können.

Wie der sowjetische Polizist auf den Grund des Atlantischen Ozeans gelangt ist, bleibt indes ein Geheimnis.

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