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Sagaritt stellt sich als machbar heraus

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Sagaritt stellt sich als machbar heraus

Die drei Reiter am Ziel, dem Þríhyrningur. Photo: Dagskráin

Am vergangenen Sonntag, den 22. August, fand in Südisland ein “sagenhafter” Ritt statt: drei Reiter erbrachten den Beweis dafür, dass der legendäre Flosiritt aus der Njálssaga kein Wikingerlatein gewesen ist.

Die drei Reiter brachen Sonntagsmorgens um 4 Uhr am Svínafell im Öræfi auf und ritten den gleichen Weg, den einst Flosi Þórðarsson Freysgoði und seine Gefolgsleute am gleichen Tag des Jahres 1011 zum Þríhyrningur im Rangárþing zurückgelegt hatten. Vom Þríhyrningur war die Gruppe in der Saga nach Bergþórshvoll im Landeyjum geritten und hatte das Haus des Njáll Þórgeirsson angezündet. Njáll und seine gesamte Familie waren in den Flammen umgekommen.

Die drei Reiter folgten der Wegbeschreibung aus der Saga, wie dfs.is berichtet, hielten kurz sie in Skaftártunga, am Montagmorgen ritten sie den Weg nördlich der Gletscher Eyjafjallajökull und Mýrdalsjökull, der als Fjallabaksleið syðri bekannt ist. Um die Mittagszeit des Montags erreichten sie den Þríhyrningur im hinteren Teil des Fljótshlíð.

Hermann Árnason, Hákon Pétursson und Friðbjörn Garðarsson führten jeweils drei bzw. vier Pferde mit sich und ritten die 220 Kilometer in 36 Stunden. Damit bewiesen sie, dass die Beschreibung aus der Njálssaga korrekt ist und dass man tatsächlich die Strecke vom Svínafell zum Þríhyrningur zu Pferd in 36 Stunden bewältigen kann.

Der Text in der Njálssaga lautet wie folgt:

Flosi sagt: "Am Sonntag acht Wochen vor dem Winterbeginn will ich mir zuhause die Messe singen lassen und dann nach Westen über den Lómagnúpsandur (heute Skeiðarásandur) reiten. Jeder von uns soll zwei Pferde haben …/. Ich will am Sonntag reiten und die ganze Nacht hindurch. Am zweiten Tag der Woche (Montag) werde ich um die Tagesmitte am Þríhyrningsháls angekommen sein.”

Ketill sagt: “Wie soll das gehen, dass du am Sonntag von zuhause wegreitest und am Montag am Þríhyrningsháls ankommen willst?”

Flosi sagt: “Ich will nach Skaftártunga hochreiten und nördlich des Eyjafjallajökull und hinunter nach Goðaland (heute Þórsmörk), und das soll gehen, wenn ich ordentlich vorwärtsreite.”

In der Saga heisst es weiter: “... und sie kamen um die Non des Montags am Þríhyrningsháls an.”

In der Njálsausgabe von 1954 schreibt Ólafur Einar Sveinsson in seinen Anmerkungen: “Es ist wohl möglich, diesen Weg in der Zeit zu reiten, wie Flosi es beschreibt, da mit zwei Handpferden und schnell geritten wird und nur die allernötigsten Pausen eingelegt werden. Der Weg zwischen den Höfen (von Snæbýli n Skaftártunga nach Rauðnefsstöðum im Rangárvellir) beträgt etwa 12 bis 14 Stunden Reitzeit.”

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