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Dorsche sprechen Dialekt

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Dorsche sprechen Dialekt

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Photo: Páll Stefánsson.

Isländische Fischer sind gut darin, Kabeljau, der auch Dorsch genannt wird, zu fangen, aber wahrscheinlich hat noch keiner von ihnen bemerkt, dass die Fische Liebeslieder singen oder Dialekt sprechen.

Die Wissenschaftler forschen gerade darüber, ob Lärm von Schiffen die Kommunikation zwischen Fischen wie Kabeljau behindert, was eventuell dazu führen würde, dass weniger Fische geboren würden. Professor Steve Simpson von der Universität in Exeter und seine Kollegen testen dies, indem sie Hydrofone durchs Wasser in britischen Küstenregionen ziehen, die Geräusche ins Meer abgeben. Anders ausgedrückt messen sie die Auswirkungen von Lärmverschmutzung im Meer, so die BBC.

Verglichen mit anderen Fischen kommuniziert der Kabeljau sehr aufwendig. „Sie vibrieren mit ihrer Schwimmblase, um Töne zu erzeugen. Sie können eine ganze Reihe verschiedener Knallgeräusche, Grunzlaute und Poltern erzeugen”, erklärte Simpson. Sie benutzen die Laute um zu navigieren, ihr Territorium abzustecken und um ihren Schwarm bei Gefahr zu warnen.

In der Zeit des Laichens singt das Männchen, und wenn das Weibchen seinen Gesang betörend genug findet, legt sie Eier ab. Probleme könnten etwa entstehen, wenn sie den Liebesgesang nicht hören kann. Ein lauter Motor könnte den bezirzenden Gesang verschlucken. Die Wissenschaftler möchten herausfinden, ob dies die Kabeljau-Geburtenzahl verringern könnte.

Eines der untersuchten Gebiete ist auch, ob Kabeljau aus verschiedenen Regionen unterschiedliche Geräusche produziert oder ob sie Dialekte „sprechen”. Der Klimawandel bringt Fische dazu, in andere Gewässer umzuziehen, und wenn sich die Dialekte oder Akzente tatsächlich unterscheiden, stellte sich die Frage, ob ein in Großbritannien geborenes Weibchen die Liebesgesänge eines in Island geborenen Männchens überhaupt versteht.

Der Professor erklärt die Problematik: Kabeljau neige dazu, während der Laichzeit nahe des Meeresbodens herumzuhängen, um dann zusammen mit einem potenziellen Partner in Richtung Wasseroberfläche zu streben. Diese etwa zehn Sekunden habe dass Männchen Zeit, sein Liebeslied loszuwerden. „Wenn das klappt, legt sie ihre Eier ab, geht es aber schief, schwimmt sie zurück zum Meeresgrund.”

Lärmverschmutzung etwa durch Schiffe sind also ein Problem, zudem aber bleibt zu hoffen, dass ein weiblicher Kabeljau das Liebesflehen eines Männchens auch aus einer anderen Region versteht.

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