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Island lässt Kapitalverkehrskontrollen fallen

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Island lässt Kapitalverkehrskontrollen fallen

Icelandic money

Photo: Geir Ólafsson.

Auf einer Pressekonferenz haben gestern der isländische Ministerpräsident Bjarni Benediktsson und sein Finanzminister Benedikt Jóhannesson angekündigt, dass sämtliche Kapitalverkehrskontrollen für Privatpersonen, Unternehmen und Pensionsfonds am morgigen Dienstag aufgehoben werden, berichtet RÚV.

Sie waren seit November 2008 in Kraft gewesen. Erreicht werden soll diese Aufhebung nicht durch neue Gesetze sondern durch neue Regeln für den Devisenhandel, welche die isländische Zentralbank durchführen will. Dadurch sind Beschränkungen auf Devisentransaktionen und grenzüberschreitende Devisengeschäfte weitgehend aufgehoben.

Die Zentralbank hat mit den Eigentümern von Offshorekonten in isländischer Währung ein Abkommen geschlossen, die Bank will die Konten von ihnen erwerben, und zwar für etwa 90 Mrd. ISK zu einem Kurs von 137,50 pro Euro, etwa 20 Prozent mehr, als der Wechselkurs am vergangenen Freitag.

Inhaber von Offshorekonten, die sich bislang noch nicht mit der Bank geeinigt haben, werden gebeten, sich in den kommenden zwei Wochen den Verkäufen anzuschliessen.

Seit der Verabschiedung des Gesetzes zur Freigabe der Kapitalverkehrskontrollen im Oktober 2016 sind die Beschränkungen für private Haushalte und Geschäfte um einiges erleichtert worden, ohne dass ein Abfluss von Devisen bemerkt worden wäre. Gleichzeitig ist die Devisenreserve beträchtlich angewachsen. Diese im Zusammenspiel mit dem obengenannten Abkommen reduziert das Risiko, welches eine Liberalisierung in sich birgt.

Von Juni 2015 an, als die dreiphasige Kapitalkontrollenbefreiung eingeführt wurde, bis zum Ende Februar 2017 sind die Devisenreserven der Zentralbank um 600 Mrd. ISK (5.05 Mrd EUR) auf etwa 800 Mrd ISK (6.74 Mrd. EUR) angewachsen, trotz ausländischer Kredite, der erstarkten Krone und der Devisenauktion im Juni 2016. Der Aufbau der Reserven befähigt die Bank, an den oben beschriebenen Transaktionen teilzunehmen. Nach den Transaktionen werden die Reserven einen Betrag erreicht haben, der gut über der im Vorspiel des Liberalisierungsvorganges angelegten Schwelle liegt.

Die Offshorekronenkonten hatten Bankinformationen zufolge Ende Februar einen Wert von 200 Mrd ISK (1,68 Mrd. EUR). Wenn die hier genannten Transaktionen über die Bühne gegangen sind, werden die ausstehenden Aktien der Offshorekronenkonten um die 100 Mrd. ISK (,,84 Mrd EUR) betragen. Die gestrigen Korrekturen der Bankvorschriften für Devisenhandel betreffen nicht die Ermächtigungen der Offshorekontenbesitzer, und alle, die an dem Deal jetzt nicht teilnehmen, werden in den kommenden zwei Wochen gebeten, die Transaktionen mit der Bank zu einem speziell für den Deal bereitgestellten Wechselkurs durchzuführen.

Die Transaktionen wehren das Risiko eines grossflächigen Abfliessens von Offshorekronen in den ausländischen Devisenmarkt ab, wenn die Kapitalverkehrskontrollen fallen. Daher reduzieren sie auch das systemische Risiko, welches mit einer Akkumulation von Offshorekronenkonten assoziiert wird. Dieses könnte nach Ansicht der Bank monetäre, währungspolitische und finanzielle Instabilität verursachen..

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