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Lizenz für Geothermalbohrung auf dem Meeresgrund erteilt

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Lizenz für Geothermalbohrung auf dem Meeresgrund erteilt

The south coast.

Photo: Páll Stefánsson.

Die nationale Energiebehörde Orkustofnun hat dem Unternehmen North Tech Energy die Lizenz erteilt, Geothermalfelder auf dem Meeresgrund rings um Island zu finden und zu Probebohrungen zu unternehmen. Der Geschäftsführer des Unternehmens sagt, dies könnte eins der grössten Energieprojekte aller Zeiten in Island werden.

Die Lizenz wurde an North Tech Energy ehf. für zwei Orte erteilt. Der eine liegt auf dem Meeresrücken vor der Halbinsel Reykjanes, der andere in Nordisland. Geschäftsführer Geir Brynjar Hagalínsson erklärte Vísir gegenüber, dass das Projekt seinen Ursprung bereits im Jahr 2009 in Aberdeen hatte, nachdem er dort dem Vortrag einer anerkannten Koryphäe über Energieprojekte in Grossbritannien gelauscht habe.

Ziel der Forschungsarbeiten ist es, Geothermalfelder unter Wasser zu finden, die der Energiegewinnung dienen könnten.

Im ersten Teil des Projektes sollen geeignete Gebiete gefunden werden, die Lizenz umfasst jedoch auch die Ausbeute des Wasserdampfes selbst zur Stromproduktion, falls die Ergebnisse positiv ausfallen.

Islands Geothermalfelder erstrecken sich bis weit vor die Küsten des Landes, eine Ausbeutung dieser Felder könnte einen Beitrag zur weltweiten Energieproduktion darstellen.

Neue Energieprojekte in Island werden kontrovers diskutiert, weil Staudämme und Erdwärmekraftwerke irreversiblen Schaden an der umliegenden Natur verursachen und Islands berühmte unberührte Natur ad absurdum führen, vor allem wenn Kraftwerke mit riesigen Strommasten an das nationale Stromnetz angeschlossen werden.

Ähnlich wie die Windparks im Wattenmeer in anderen Ländern könnte die Ausbeutung der Geothermalgebiete auf dem Meeresboden Island helfen, seinen Strommarkt auf weniger kontroverse Weise auszudehnen.

Die erteilten Lizenzen laufen über drei Jahre und sollen im Juni 2018 anlaufen.

Geir Brynjar sagt, als er das erste Mal mit seiner Idee bei der Energiebehörde angeklopft habe, sei er nur mitleidig belächelt worden. “Aber in den vergangenen zwei Jahren haben sie intensiv mit mir daran gearbeitet.”

Geir ist quasi in einem Kraftwerk aufgewachsen, sein Vater war nämlich der Manager des Blönduós-Kraftwerks in Nordisland. Seit 20 Jahren ist er im Bereich Hochtemperaturbohrung für Öl und Gas draussen auf dem Meer und am Land beschäftigt.

Geir sagt, mit North Tech Energy wolle er die isländische Natur schützen und gleichzeitig mehr Energie produzieren. Er glaubt, dass der Fisch durch das Projekt nicht gestört wird, an Land seien ja auch oft Tiere die Nachbarn an solchen Grossprojekten.

Sollte das Projekt erfolgreich sein, könnten bis zu 300 Arbeitsplätze entstehen.

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