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Steigende Prostitution in Island

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Steigende Prostitution in Island

Police

Themenbild. Photo: Páll Stefánsson.

Inspektor Snorri Birgisson von der Hauptstadt-Polizei in Reykjavík ist sicher, dass die Zahl an Prostituierten in Island in letzter Zeit stark gestiegen ist. Das sei offensichtlich, zeige sich unter anderem auf Internetseiten, die Escort-Services anbieten, erklärte er gegenüber RÚV. Die Zahl der Werber auf solchen Seiten habe sich in eineinhalb Jahren um das Fünffache erhöht.

Snorri ist der Ansicht, es gebe einen engen Zusammenhang zwischen dem erhöhten Zustrom von Urlaubern ins Land und steigender Prostitution. Dies, meinte er, sei eine Schattenseite des Tourismus, die diskutiert werden müsse. Snorri sagte, es sei festgestellt worden, dass die Frauen, die Prostitution ausübten, heute aus anderen Ländern kämen als früher. Dies habe die Polizei aus Daten und Internetseiten, die von ihr überwacht würden, hergeleitet. Vor anderthalb Jahren habe eine Escort-Service-Seite 34 in Island gemeldete Frauen angeboten, jetzt umfasse sie 152. Und dies sei nicht die einzige Website in Island, auf der Frauen für Escort-Service-Tätigkeiten angeboten würden.

Snorri erläuterte, die Polizei stehe in regelmäßigem Kontakt mit den Frauen auf den Webseiten und erkläre ihnen das Gesetz über die Prostitution in Island und auch, welche Möglichkeiten Opfer von Menschenhandel hier haben. Nach dem schwedischen Vorbild ist es in Island legal, Sex gegen Bezahlung anzubieten, allerdings gegen das Gesetz, für Sex zu bezahlen.

Laut Snorri blieben Frauen aus dem Ausland, die als Prostituierte tätig wären, oft nur für fünf bis zehn Tage im Land und hätten in diesem Zeitraum zwischen fünf und acht Kunden.

Die Polizei geht seit Kurzem von einer möglichen Verbindung von Menschenhandel und Junggesellenabschieds-Parties in Island aus: „Wir hörten aus verschiedenen Richtungen, dass Männer die Dienste ausländischer Prostituierter für solche Parties in Island kauften. Aber wir hatten keine gesicherten Informationen oder Daten”, berichtete Snorri.

Er ist der festen Ansicht, mehr Gelder für die Untersuchung von solchen Arten von Fällen sei erforderlich.

Nach einem Bericht des US-Außenministeriums, der im Juni 2016 veröffentlicht wurde, ist Island sowohl Ziel-, als auch Transitland für Frauen, die Sexhandel betreiben, sowie für Menschen beiderlei Geschlechts, die Opfer von Menschenhandel wurden. Der Bericht empfiehlt die Ausweitung der Anstrengungen zur Bekämpfung solcher Verbrechen.

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