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Schlamm aus Talsperre gefährdet Lachs

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Schlamm aus Talsperre gefährdet Lachs

Horses in Borgarfjörður

Photo: Geir Ólafsson.

Der Lachsbestand im Fluss Andakilsá im Borgarfjörður könnte in Gefahr geraten sein, nachdem durch einen Fehler beim Wasserkraftwerk Andakilsvirkjun tausende Kubikmeter Schlamm in das sensible Ökosystem des Flusses gespült wurden.

Zu Beginn der Woche waren die Schleusen der Talsperre oberhalb des Kraftwerks geöffnet worden, das erste Mal seit Errichtung des Kraftwerks vor 70 Jahren. Doch dann stellte sich heraus, das sich weitaus mehr Ablagerungen in der Talsperre befanden, als man gedacht hatte. Der Schlamm ist nun in den Fluss geraten und stellt eine grosse Gefahr für den Lachsbestand der Andakilsá dar, berichtet RÚV.

“Erst am Donnerstagmorgen bin ich an den Fluss gekommen und habe gesehen, dass er voller Schlamm ist. Ich habe sofort mit Orka Náttúrunnar [dem Kraftwerksbetreiber] Kontakt aufgenommen, damit sie Massnahmen ergreifen, den Schlammtransport stoppen und die Schleuse schliessen,” sagte Unnsteinn Snorri Snorrason, der Vorsitzende des Angelvereins Andakilsá.

Doch da war das Kind beriets in den Brunnen gefallen. Unnsteinn glaubt, dass etwa 10.000 Kubikmeter Schlamm den Fluss heruntergegangen sind. Die Spuren sind unübersehbar: der Schlamm sitzt auf dem Grund und wirbelt hoch, sobald er bewegt wird. Die sich dort befindlichen Laichgebiete der Lachse sind möglicherweise zerstört. Eine Langzeitauswirkung auf den Lachsbestand steht zu befürchten, und eine Angelsaison im Sommer ist ungewiss – ausgerechnet jetzt, wo für Millionen von Kronen Angellizenzen verkauft worden sind.

“Es gibt nur wenige gute Angelplätze in dem Fluss. Er ist sehr kurz, hat ein Wassergebiet von zwei Kilometern, und es gibt drei Hauptangelplätze. Wie es aussieht, sind die voller Schlamm und das … ja das ist schwer zu sagen, aber ich habe wirklich Angst, dass das Auswirkungen auf das Angeln hat.”

Kraftwerksbetreiber Orka Náttúrunnar schickt nun am Montag Spezialisten, um die Lage zu prüfen. Schon spricht man von Schadensersatz.

“Ja, das ist denkbar. Ich weiss allerdings nichts davon,” kommentiert Eiríkur Hjálmarsson, der Sprecher von Orka Náttúrunnar. „Erst mal rufen wir die Spezialisten des Marineforschungsinstitutes, um zu hören, ob es sich um einen Schaden handelt, und was vernünftigerweise in einem Fall wie diesem zu tun ist. Das ist es, worauf wir uns dieser Tage konzentrieren,” sagt Eríkur. “Sowas macht ja niemand mit Absicht. Hoffentlich führt die Ursachenforschung, die jetzt folgt, dazu, dass wir unsere Massnahmen überprüfen und aus dem Fall lernen, damit das nicht wieder passiert.”

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