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Wikingerschwert im Eyjafjörður gefunden

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Wikingerschwert im Eyjafjörður gefunden

Viking sword.

Das Schwert aus Skaftafell ist einer der wenigen bekannten Waffenfunde in Island. Photo: National Museum of Iceland.

Bei Ausgrabungen in Dysnes im Eyjafjörður ist heute ein Wikingerschwert gefunden worden. Archäologen bezeichnen den Fund als einzigartig, obwohl das Schwert in keinem guten Zustand ist. Die Grabung war wegen eines geplanten Bauvorhabens dort durchgeführt worden, und man geht davon aus, dass dort noch mehr Relikte zu finden sind.

Nördlich von Kumlholt, wo vor zehn Jahren ein Bootsgrab ausgegraben worden war, befinden sich auch zwei Gräber aus heidnischer Zeit, die irgendwann einmal geöffnet worden sind. In einem der Grabhügel hat man Menschengebeine und Hundezähne gefunden.

Dort fand man nun auch ein heidnisches Bootsgrab, wo mindestens ein Mann mit Boot und einem Schwert bestattet worden ist. Der Fund ist bemerkenswert, denn nur sehr selten findet man einen Grabhügel, der nicht bereits von Grabräubern besucht worden ist, berichtet RÚV.

Das Bootsgrab befindet sich ebenfalls in einem schlechten Zustand, weil es dicht am Meer liegt und von den Wellen abgetragen wird.

“Das Meer hat den grössten Teil des Bootes mit sich genommen, und sicher auch etwas von seinem Inhalt. Wir haben an der Oberfläche Menschengebeine gefunden, sodass wir wissen, dass dort ein Mann gelegen hat. Die Tatsache, dass das Schwert immer noch in dem Boot lag, deutet darauf hin, dass dieses Grab nicht geräubert worden ist. An dieser Stelle hat sich also irgendwann mal ein unberührtes Bootsgrab befunden, welches nun zum grössten Teil im Meer verschwunden ist,” erklärt die Archäologin Hildur Gestsdóttir vom Archäologischen Institut.

Das Holz, aus dem das Boot gebaut worden war, ist verschwunden, aber die Bootsnägel sind noch erhalten und zeigen die Lage des Bootes im Grabhügel an. Hildur bezeichnet es als glücklichen Zufall, dass das Grab jetzt gefunden worden sei, wo die Überreste sehr wahrscheinlich schon im Meer verschwunden seien.

Rúnar Leifsson, Museumsdirektor des Norðueland eystra, zufolge deutet Name Dysnes darauf hin, dass sich an diesem Ort Relikte befinden könnten, denn zur heidnischen Zeit haben das Wort “að dysja” soviel wie begraben von Menschen und Tieren bedeutet.

“Das weckt auch den Verdacht, dass es bei Kumlholt, einen halben Kilometer weiter südlich, noch weitere Grabstätten geben könnte. Dort haben wir vor 11 Jahren Teile eines Bootsgrabes gefunden. Wir finden solche Bootsgräber nicht so oft, und es sind in Island nicht viele Wikingerschwerter bekannt. Daher ist dies ein sehr bemerkenswerter Fund.” sagt Rünar. Er hofft, in Dysnes noch weitere Grabstätten zu finden.

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