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Seehundbestand dramatisch zurückgegangen

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Seehundbestand dramatisch zurückgegangen

Seals looking at Öræfajökull.

Seehunde findet man nicht mehr so leicht wie früher. Photo: Páll Stefánsson.

Der Seehundbestand in Island ist von 33.000 Tieren im Jahr 1980 auf 8000 Tiere in diesem Jahr oder um 30 Prozent insgesamt gesunken. Er liegt nun weit unterhalb der Obergrenze, die vom Staat gesetzt worden war. Wissenschaftler sind der Ansicht, dass dringend Schutzmassnahmen ergriiffen werden müssen, berichtet visir.is

Þorsteinn Sigurðsson vom Meeresforschungsinstitut liegt der Seehundbestand besonders am Herzen. Der ursprüngliche Rückgang des Bestandes sei ganz klar direkt auf den Menschen zurückzuführen, denn früher sei für jeden geschossenen Seehund eine Fangprämie gezahlt worden. “Nachdem die Seehundjagd beendet worden ist, haben Zählungen gezeigt, dass sich der Bestand weiterhin verringert, und nun sind nur noch 8000 Tiere übig. Die Gründe dafür sind nicht ganz klar,” erklärt Þorsteinn.

Für ihn gebe es drei Möglichkeiten. “Als erstes könnten es mögliche Veränderungen im Futterangebot sein. Das könnte bedeuten, dass das Futterangebot sich verringert und der natürliche Verlust des Bestandes steigt. Dann darf man nicht die Augen davor verschliessen, dass der Beifang, besondern durch den Fischfang per Netz, signifikante Auswirkungen hat. Ausserdem wird weiterhin mit Schusswaffen gejagt, vor allem in Flussmündungen, aber Informationen über das Ausmass dieser Jagd sind ebenso wie zum Beifang kaum bekannt und es gibt kaum Zahlen darüber,” führt Þorsteinn weiter aus.

Im Jahr 2006 habe der Staat sich das Ziel gesetzt, den Seehundbestand bei 12.000 Tieren zu halten. Sollte der Bestand unter diese Grenze zurückgehen, müssten Massnahmen ergriffen werden. “Jetzt ist er unter diese Bestandsgrenze gesunken, und wir in unserer ratgebenden Funktion weisen die Regierung darauf hin, dass wir nun über Massnahmen sprechen müssen, um den Trend abzuwehren.” sagt Þorsteinn.

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