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Baumstümpfe weisen auf alten Katlaausbruch hin

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Baumstümpfe weisen auf alten Katlaausbruch hin

Photo: Screenshot/RÚV

Der Vulkan Katla ist kurz vor der Landnahme Islands, im Herbst oder Winter des Jahres 822 ausgebrochen. Den Beweis dafür liefern 1200 Jahre alte Überreste von Bäumen im Fljótshlíð, bei denen eine Jahresringbestimmung durchgeführt worden ist, berichtet RÚV.

Eine probate Methode um grosse Vulkanausbrüche aus der Vorgeschichte zeitlich zu bestimmen, meint der Vulkanologe und Jahresringexperte bei der Waldforschungsanstalt in Mógilsá, Ólafur Eggertsson, der mit einem Forscherteam die Baumstümpfe untersucht hat. Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen sind nun in der Zeitschrift Geology veröffentlicht worden.

Die Baumstümpfe befinden sich in Drumbabót im Fljótshlíð, neun Kilometer hinter Hvolsvöllur. Zum Zeitpunkt des Ausbruchs stand dort ein riesiger Birkenwald, viele der Bäume waren über einhundert Jahre alt.

Der Katlaausbruch aus dieser Zeit ist bekannt, die Baumstümpfe helfen, ihn zeitlich genau einzugrenzen. Ein gewaltiger Gletscherlauf überschwemmte damals den Wald, die Jahresringbestimmung deutet darauf hin, dass alle Bäume in dieser Naturkatastrophe abstarben. Danach lag der Wald von für viele hundert Jahre unter Schlick und Sand begraben.

Bei einer Springflut des Flusses Þverá im Jahr 2003 waren die alten Baumstümpfe aus den vulkanischen Sedimenten aufgetaucht. Der Drumbabót-Wald ist damit der besterhaltenste prähistorische Wald in Island.

Wie Ólafur Eggertsson in einem Interview des Magazin Landinn aus dem Jahr 2012 erklärt, hat damals in der Region niemand gelebt. Die Bäume waren schätzungsweise bis zu 15 Meter hoch, Ólafur schatzt die Grösse des Waldes auf mehrere tausend Hektar. Der Gletscherlauf aus dem Jahr 822 ist vermutlich 30 bis 40 mal grösser ausgefallen als der Gletscherlauf, den der Ausbruch des Eyjafjallajökull im Jahr 2010 in den Markarfljót entliess.

Unterhalb des Sandes sieht man noch die Rinde der Birken, alles andere ist mit der Zeit verrottet. Wie man im Film erkennen kann, zeigen alle Stümpfe nach Westen, vom Vulkan weg, was darauf hindeutet, mit welcher Macht die Gletscherflut über den Wald hergebrandet ist.

Das Forscherteam hatte herausgefunden, dass eine Sonneneruption im Jahr 775 Radiocarbonspitzen in der Erdatmosphäre verursacht hat, die man in Holz nachweisen kann, welches zu dieser Zeit gewachsen ist. Die Baumstümpfe des Drumbabót-Waldes kamen da gerade recht.

Es gelang, das Jahr 775 in den Jahresringen zu finden. Von hier ausgehend zählte man bis zum äusseren Ring und konnte den Winter des Jahres 822 festlegen, da die neue Rinde noch nicht ausgeformt war. Die ersten Siedler sind nicht vor dem Jahr 870 nach Island gekommen, was bedeutet, dass dieser Wald ein halbes Jahrhundert zuvor zerstört worden ist.

Ólafur hofft, auf diese Weise vorzeitliche katastrophale Vulkanausbrüche wie der der Hekla, besser zeitlich bestimmen zu können, denn vermutlich liegen noch mehr Wälder unter vulkanischen Sedimenten begraben.

Im link findet man den Filmbeitrag des Magazin Landinn aus dem Jahr 2012 mit beeindruckenden Bildern und Animationen des Gletscherlauufs aus der Katla.

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