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Bergeinsätze bei Sturm

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Bergeinsätze bei Sturm

Lónsöræfi

Blick in das abgeschiedene Lónsöræfi, hier sind viele Berge mehr als 1000 Meter hoch. Photo: Wikipedia - Bromr.

Für gleich zwei Rettungseinsätze in den Gletschern hatten die Freiwilligen der isländischen Bergwacht gestern Abend ausrücken müssen.

Gegen 23 Uhr ging ein Notruf vom Síðujökull im Westteil des Vatnajökull ein, wo ein Tourist versucht hatte, alleine auf dem Gletscher im Zelt zu übernachten.

Just als die Mannschaft zum Einsatz ausrückte, kam der zweite Notruf, hier waren drei Wanderer im Lónsöræfi in Ostisland bei Sturm und schlechtem Wetter von ihrer Wandergruppe getrennt worden und hatten sich verirrt.

Etwa 50 Bergretter und Hubschrauber der Küstenwache suchten die ganze Nacht nach den dreien. Sie tauchten in der Berghütte Egilssel auf, wo die Gruppe übernachtete.

“Die ganzen Aktionen in der Nacht liefen darauf hinaus, dort hin zu kommen, weil die ganze Gruppe dort hin wollte, und dann stellte sich heraus, dass die Sendeausrüstung in der Hütte nicht funktionierte,” erklärte Baldur Pálsson. Die Wanderer hatten also nicht melden können, dass die Vermissten bereits gefunden worden waren.

Das Lónsöræfi liegt östlich des Gletschermassivs Vatnajökull, Telefon- und Netzverbindungen sind hier nur sehr begrenzt vorhanden.

“Diese Region ist sehr schwer zu überblicken, und in einem Wetter wie in dieser Nacht haben wir uns dorthin aufgemacht, das ist kein Spass, in so eine Dunkelheit rauszugehen,” berichtet Baldur. “Diese Hütte liegt so, dass sie von allen Seiten nur schwer zu erreichen ist, egal aus welcher Richtung man kommt. Unser Plan sah vor, diese Hütte als allererstes zu erreichen. Das ging dann doch schneller als wir erwarteten.”

Die Bergretter sind nun wieder auf dem langen Heimweg. “Das Wetter soll sich etwas bessern, sodass das hoffentlich alles gut geht,” hofft der Einsatzleiter der Björgunarsveit.

Der Wanderer vom Síðujökull hingegen konnte schnell gefunden werden, denn er hatte an dem Ort ausgeharrt, von wo aus er seinen Notruf gesendet hatte. Zwanzig Bergretter waren mit Jeeps an den Gletscher gefahren und holten den Wanderer mit Schneeschlitten vom Eis. Er war zwar gut für die Gletscherwanderung ausgerüstet, aber erschöpft und unterkühlt und wurde in die nächste Ortschaft gebracht.

Im Süden und Osten des Landes ist es dieser Tage sehr stürmisch, zwischen Skaftafell und Höfn muss mit Windböen von bis zu 30 m/s gerechnet werden. Vor allem in den Bergen können jederzeit Temperaturstürze und Schlechtwettereinbrüche hinzukommen. Wenn Sie alleine unterwegs sind, lassen Sie stets jemanden wissen, wohin Sie gegen wollen.

Unter safetravel.is ist es auch möglich, die Reiseroute registrieren zu lassen, was einen Sucheinsatz erleichtert. Hier finden Sie unter Alerts jederzeit aktuelle Warnhinweise.

Die Wettervorhersage gibt es hier, die Strassenzustandskarte finden Sie hier.

Die isländische Rettungsorganisation Landsbjörg baut auf den Einsatz von Freiwilligen aus den jeweiligen Regionen und wird von Spendengeldern finanziert. Sie wurde Anfang des 20. Jahrhundert gegründet, um Seeleute in Not zu retten und ist keine staatliche Organisation. Die Mitglieder erhalten für ihre teilweise gefährlichen Einsätze keine Vergütung.

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