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Reisegruppe lehnt Frau als Reiseleitung ab

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Reisegruppe lehnt Frau als Reiseleitung ab

Þingvellir

Photo: Páll Stefánsson.

Offenbar gibt es in Island Fälle, wo Reisegruppen sich geweigert haben, eine weibliche Reiseleiterin an Bord zu nehmen Das isländische Gleichstellungszentrum ist in der vergangenen Woche von einer Reiseführerin kontaktiert worden, die einem männlichen Reiseleiter hatte Platz machen müssen, nachdem die Reisegrupppe nicht von einer Frau gefahren oder geführt werden wollte. Ein ähnlicher Fall ereignete sich zu Beginn des Sommers.

Bergljót Þrastardóttir vom Gleichstellungszentrum sagte RÚV, die Frau, die den Fall gemeldet hatte, habe ihr gesagt, dass es sich um keinen Einzelfall handle.

“Sie sprach darüber, als sei das schon eine ganze Weile so gegangen, und sie war sehr unzufrieden, weil es nicht nur ihr passierte, sondern auch anderen Frauen in der Branche,” erklärte Bergljót. Nicht nur habe der Vorfall einen Einkommensverlust für die Betroffene bedeutet, er sei auch ein klarer Gesetzesbruch. “Das ist eine Verletzung von Art. 18 des Gleichstellungsgesetzes, nach welchem Arbeitgeber systematisch darauf hin arbeiten sollen, den Stand der Geschlechter in Unternehmen zu egalisieren und sicherzustellen, dass Arbeitsplätze nicht in Frauen- und Männerarbeit unterteilt werden.”

Personen, deren Rechte diesbezüglich verletzt werden, müssen sich selbst um ein Einklagen ihrer Rechte kümmern. Viele finden dies schwierig.

“Die Betroffene muss durch einen Klageprozess hindurch. Diese Frauen haben das nicht so gewollt, die denken natürlich an die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes, aber wir müssen unbedingt sichergehen, dass das in Ordnung ist, und dass da keine Gesetze gebrochen werden. Das muss sichergestellt werden,” sagte Bergljót.

Sie ermuntert alle, solche Vorfälle zu melden.

Ólöf Ýrr Atladóttir, die Vorsitzende des isländischen Tourismusverbandes, sagte, der Verband verfolge nicht, ob die Gleichstellungsgesetze eingehalten werden, das sei nicht sein rechtlicher Aufgabenbereich.

“Die Ausstellung von Lizenzen seitens der Tourismusbehörde bezieht sich auf Lizenzen für Reiseveranstalter und Reisebüros, und diese Lizenzen basieren eigentlich auf dem Verbraucherschutz. Ich halte es jedoch für erwähnenswert, dass es in Island ein Qualitätskontrollsystem in der Tourismusbranche gibt, es heisst Vakinn. Darin gibt es Bestimmungen zur sozialen Verantwortung, und es wird natürlich angenommen, dass Unternehmen auf der Grundlage von Regeln und Gesetzen handeln.” sagte Ólöf Ýrr. Die Tourismusbehörde habe formale Beschwerden wie diese bislang noch nicht gesehen.

Bislang gibt es keine Informationen zu der involvierten Reiseagentur oder der Reisegruppe.

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