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Lebensgefahr für ein Foto

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Lebensgefahr für ein Foto

Kirkjufjara beach.

Hier sieht man wie der Felsen an der Kante einfach abbrechen kann. Photo: Environment Agency of Iceland/Facebook.

Für ein Foto begeben Reisende sich selbst und andere gerne mal in Lebensgefahr. Solche Fotos finden sich auf der Bilderplattform Instagramm, wenn man den Namen Dyrhólaey eingibt, dort erscheinen nämlich Dutzende von Fotos, wo Leute über die Absperrungen gestiegen und auf die Felsensockel geklettert sind, um ein schönes Bild vom Strand bei Dyrhólaey zu erhalten.

Der isländische Wetterdienst hatte im Jahr 2015 das Gelände untersucht und vorgeschlagen, sowohl die Felsen als auch den Strand wegen Erdrutschgefahr zu sperren. Die Umweltagentur hatte danach Zäune und Schilder aufgestellt, doch scheinen die Leute das nicht immer zu respektieren.

“In Dyrhólaey gibt es eine grossartige Brandung. Man kann absolut an einem sicheren Ort stehen und geniessen, aber oft gehen die Leute durch alle Ketten bis an den äussersten Punkt. Das sieht man oft, nicht nur dort sondern überall. Das ist natürlich Ansichtssache, wann das gefährlich wird. Aber manchmal sieht man, wie die Wellen über den Leuten zusammenschlagen.” sagte der Reiseleiter Teitur Þorkelsson Vísir gegenüber.

“Und dann ist da Dyrhólaey selbst, eine hohe Insel mit Leuchtturm. Dort sind die Leute vor dem Meer sicher, aber natürlich kann man auf die Felsenspitzen klettert. Dann gibt es da die kleinere Insel, wo die meisten noch hinlaufen. Da gibt es schöne Felsen und oft eine heftige Brandung. Dort klettert die Leute raus auf irgendwelche Felsen. Das an sich kann schon gefährlich sein, aber ich denke, die meisten stimmen mir zu dass der Strand Kirkjufjara am gefährlichsten ist.”

Hákon Ásgeirsson, Ranger von der Umweltagentur für Südisland ist da direkter, er sagt, es ist ganz klar gefährlich, in abgesperrte Gebiete der Insel zu laufen. Im vergangenen Jahrzehnt haben sich dort drei Todesfälle ereignet. “Nicht nur weil man Gefahr läuft von den Felsen zu stürzen, sondern weil die jederzeot abbrechen können. Manchmal reicht es, auf die Felskante zu steigen und sie bricht ab,” sagte Hákon im Gespräch mit Vísir.

“Auf der grossen Insel gibt es einen Aussichtspunkt über eine Spalte. Das ist normal, dass die Leute über die Kette steigen wollen um ein besseres Foto von sich und der Spalte zu bekommen.

Zum Glück sind nicht alle Leute so leichtsinnig, er schätzt, dass etwa fünf Prozent der Besucher die Schilder und Absperrungen nicht achten. Die Informationspolitik trage dazu bei, dass die Leute in einem Gebiet, wo die Natur Gefahren birgt, mehr auf sich achtgeben.

“Wenn die Leute besser aufgeklärt werden, was wir Ranger tun, dann sind sie sich der Gefahren bewusster. Manchmal stossen Verbotsschilder vor den Kopf, aber wenn die Leute erklärungen erhalten, dann respektieren sie die Schilder eher.”

Im Jahr 2015 hatte sich auf der Felseninsel Dyrhólaey ein Felsrutsch hinunter auf den Strand Kirkjufjara ereignet. Vor einigen Jahren war bei einem ähnlichen Felsrutsch auf der Insel ein holländisches Ehepaar, welches auf der Kante gestanden hatte, mit dem Leben davon gekommen.

Im Januar diesen Jahres war eine Touristin an der Kirkjufjara von den Wellen ins Meer gerissen worden und ertrunken.

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