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Dem Vulkan ins Herz geschaut

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Dem Vulkan ins Herz geschaut

Der Einsturzkrater in der Caldera der Bárðarbunga. Photo: Ómar Ragnarson / Screenshot RÚV

Das Aussehen des Vulkans Bárðarbunga im Gletschermassiv des Vatnajökull hat sich seit den Ausbrüchen im Jahr 2014 derart verändert, dass man nun zum ersten Mal in den Berg hineinschauen kann, wo das 100 Meter dicke Eis über den Kratern zu schmelzen beginnt. Der Vulkanexperte Magnús Tumi Guðmundsson meint, dass die Gefahr eines Gletscherlaufes aus den Einsturzkratern steigt, wenn die Temperatur weiter ansteige.

Vor drei Jahren hatte eine Erdbebenserie in dem Vulkan eingesetzt, die schliesslich zum Ausbruch im 200 Jahre alten Lavafeld Holuhraun geführt hatte. Damals hatten sich zwei Einsturzkrater am Südrand der Caldera gebildet, die zum ersten Mal vor zwei Jahren erkennbar gewesen waren.

Vorgestern flog der Journalist Ómar Ragnarsson über den Vulkan und nahm das Video auf, welches in der Nachricht hinter dem link zu finden ist. Es zeigt die grosse Gletscherzunge Köldukvíslarjökull im Nordwestteil des Vatnajökull, davor die Bárðarbunga. Sie ist mit 2000 Metern der zweithöchste Berg Islands. Ihre Caldera hat einen Durchmesser von zehn Kilometern und ist etwa 700 Meter tief.

Die Krater, die Ómar auf seinem Flug entdeckte, haben einen Durchmesser von etwa 400 Metern und sind offenbar grösser geworden, berichtet RÚV.

“Man sieht auf diesen Bildern, da ist ein Loch direkt in den Gletscher hinein,” sagt Magnús Túmi. “Das sind vielleicht 100 Meter in die Felsen unter dem Eis. Wir sehen hier die Südkante der Caldera, die der Gletscher sonst überdeckt.”

Nachdem die Magma aus der Caldera abgelaufen und diese zusammengesunken sei, habe sich Erdwärme in der Caldera gebildet. In jenem Jahr hätten sich zwei neue kleine Krater gebildet. Bislang sei ein Ende der vulkanischen Vorgänge in dem Vulkan nicht abzusehen. “Wenn die Erdwärme ansteigt, könnte sich das Wasser dort im Krater ansammeln. Damit steigt die Gefahr eines Gletscherlaufes. Aber wir können nicht sagen, ob sich da etwas entsprechendes tut.” erklärt Magnús Tumi.

Die Bárðarbunga zeigt immer mal wieder heftige Erdbeben, die sicherlich immer noch mit dem Ausbruch von 2015 zusammenhängen. Der Vulkan müsse wegen seiner Beben und der Erdwärmeentwicklung beobachtet werden, und natürlich wegen der Einsturzkrater, aus denen ein Gletscherlauf abgehen kann.

Ómar Ragnarsson erzählt, er habe das Gefühl gehabt, in den Abgrund der Hölle zu blicken, als er in die Krater hineingeschaut habe, und das Staunen sei von Furcht durchsetzt gewesen.

“Da war vorher ein 100 Meter dicker Gletscher,” erklärt Magnús Tumi. “Jetzt schauen wir dort auf Felsen, die man vorher nicht sehen konnte. Man kann also eigentlich sagen, dass die Bárðarbunga uns im Zuge der Ereignisse nun in die Lage versetzt, das Land zu sehen, welches da hunderte, wenn nicht tausende von Jahren unter dem Gletscher verborgen gewesen ist.”

Hinter diesem Link ist das sehenswerte Video von Ómar Ragnarsson zu finden.

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