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Afghanisches Kind wird aus Island abgeschoben

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Afghanisches Kind wird aus Island abgeschoben

Hanyie Maleki at her birthday party

Haniye bei ihrer Geburtstagsfeier. Photo: Solaris

Der Berufungsausschuss für Immigrations- und Asylfragen hat die Entscheidung der Einwanderungsbehörde bekräftigt, ein elfjähriges afghanisches Mädchen und seinen körperlich behinderten Vater auf Grundlage der Dublinvereinbarung abzuschieben, berichtet Vísir.

Abraham Maleki und seine Tochter Haniye waren im Dezember als Flüchtlinge in Island angekommen. Haniyes Mutter hatte das Mädchen verlassen als diese ein Jahr alt war, Vater und Tochter sind ihr ganzes Leben lang auf der Flucht gewesen. Abraham musste aus seinem Heimatland Afghanistan fliehen, als er elf Jahre alt war, bei einem Autounfall trug er so schwere Verletzungen davon, dass er nun körperlich behindert ist. Die beiden haben im Iran, in der Türkei, Griechenland und Deutschland gelebt, jetzt sind sie in Island.

In einem Interview mit Vísir drückte Abraham seine Dankbarkeit gegenüber dem isländischen Volk aus. Beide mögen Island und sind traurig, dass sie gehen müssen. Abraham sagt, er habe keine Unterstützung in Afghanistan, das Leben dort sei sehr gefährlich.

Haniye geht in Keflavík zur Schule, sie hat dort und in Reykjavík Freunde gefunden. Zu Sommerbeginn hatte Guðmundur Karl Karlsson, ein Freiwilliger der Solaris Bewegung für Flüchtlinge, und guter Freund der Malekis, eine Geburtstagsparty für Haniye organisiert, weil sie nicht in Deutschland feiern wollte, wohin die beiden von Island aus deportiert werden sollen.

Die Party war auf Facebook angekündigt worden und hunderte von Menschen kamen, um mit ihr ihren zwölften Geburtstag zu feiern, auch wenn dieser erst im Oktober sein wird. Fast 12.000 Isländer hatten zudem eine Petition unterzeichnet, in der sie die Einwanderungsbehörde aufforderten, Vater und Tochter nicht abzuschieben.

Guðmundur Karl meint, dass auch wenn die isländischen Behörden Deutschland für sicher halten, dies durch die Geschichte widerlegt werde.

“Wir wissen von Leuten in ähnlicher Lage in Deutschland und es ist sehr schwierig. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie kein Asyl erhalten und dass sie dann einfach ausserhalb des Systems landen.”

Er hält es für ziemlich wahrscheinlich, das die Zwölfjährige mit ihrem Vater von Deutschland aus direkt nach Afghanistan deportiert wird.

Bislang ist noch unklar, wann die beiden aus Island abgeschoben werden.

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