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Flutkatastrophe im Ostland

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Flutkatastrophe im Ostland

Ein Weidetor im Hornafjörður. Photo: Inga Stumpf

Sechszig bis siebzig Touristen haben gestern Abend Schutz in den Auffangstationen Hofgarði und Mánagarði im Hornafjörður gesucht, nachdem durch die heftigen Regenfälle Flüsse über die Ufer getreten waren und die Ringstrasse an mehreren Stellen wegen Überflutungsschäden gesperrt werden musste. Heute soll der Hubschrauber der Küstenwache das Gebiet überfliegen, um ein Gesamtbild der Lage zu erfassen.

Die Auffangstationen waren auf beiden Seiten der Hólmsá eröffnet worden, von Osten waren etwa 30 Touristen dort angekommen, von Westen 35, allesamt ausländische Reisende. An mindestens drei Stellen war am Abend die Strasse unterspült, und Brücken wurden beschädigt. Auch die erst kürzlich eingeweihte neue Fussgängerbrücke über die Hólmsá am Fláajökull ist in der vergangenen Nacht vom Fluss buchstäblich verschluckt worden, berichtet Vísir.

Heute morgen zeigt sich nun das ganze Ausmass der Überschwemmungen.

Die Ringstrasse ist auf einer Strecke von 45 Kilometern zwischen dem Hof Hala im Westen und Hoffell im Osten gesperrt, nachdem in der Nacht auch die Brücke über die Steinavötn Schäden davontrug und schwere Fahrzeuge nicht mehr tragen kann.

Auf 20 bis 25 Höfen sitzen die Leute fest, von braunen Fluten umringt, wahrend es weiter regnet. Sie erhalten heute das Nötigste aus der Luft per Hubschrauber, um sich bis zumindest Montag erst mal versorgen zu können. Aus der Region im die Heinaberglón wird berichtet, dass mit den Wassermassen auch Eisblöcke auf den umliegenden Wiesen auftauchten, die offenbar aus der Lagune herausgespült worden waren.

Der See Lagarfljót im Osten des Landes tritt in diesen Stunden ebenfalls über die Ufer, anliegende Wiesen sind bereits überschwemmt. Anwohner berichten, er sei inzwischen so gross wie ein Fjord. Der See erhält sein Wasser aus dem Fljótsdal, wo gestern bereits durch Überschwemmungen Dutzende von Schafen ertrunken sind. Das Fljótsdalur liegt unterhalb des Wasserkraftwerks Kárahnjúkarvirkjun mit seinen Stauseen.

Man geht nicht davon aus, dass die Ringstrasse nicht vor dem Wochenende wieder geöffnet werden kann, da sie an vielen Stellen unterspült oder beschädigt ist und die Regenfälle im Südosten andauern sollen. Damit erhöht sich auch die Gefahr von Schlammlawinen.

Heute morgen wurde durch die südisländische Polizei die Ungewissheitsstufe über das Ostland verhängt. Damit wird die Zusammenarbeit von Kontrollorganen und Hilfsorganisationen vereinfacht und verstärkt, was im Notfall eine schnellere Einsatzbereitschaft aller beteiligten Institutionen ermöglicht.

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