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Immer mehr Obdachlose in Reykjavík

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Immer mehr Obdachlose in Reykjavík

Reykjavík Pond.

Photo: Páll Stefánsson.

In den vergangenen fünf Jahren ist die Anzahl der Obdachlosen in Reykjavík um 95 Prozent gestiegen. Der grösste Teil dieser Gruppe besteht aus Menschen mit Drogen- und Alkoholproblemen, etwa 40 Prozent haben mit psychiatrischen Problemen zu kämpfen.

In jeder Nacht zählt das Obdachlosenheim für Männer in der Lindargata in Reykjavík an die 20 Übernachtungsgäste. Das Heim öffnet seine Türen um 17 Uhr, dann bekommt man dort etwas zu essen und findet ein Bett für die Nacht.

Für ein offenes Interview stand niemand in der Lindargata zur Verfügung, zu gross ist die Angst, erkannt zu werden. Doch handle es sich bei den Gästen bei weitem nicht nur um Drogenabhängige, und die Polizei sei ein regelmässiger Besucher, berichtet RÚV.

Im Jahr 2012 waren noch 179 Obdachlose in den Strassen Reykjavíks unterwegs gewesen, im Juni diesen Jahres zählte das Wohlfahrtsamt der Stadt Reykjavík 349 Menschen ohne festen Wohnsitz. 58 dieser Obdachlosen leben in Auffangheimen oder anderen von der Stadt zur Verfügung gestellten Unterkünften.

Ein Drittel der Wohnungslosen sind Frauen, die meisten von ihnen zwischen 21 und 40 Jahren alt, 11 Prozent ausländischer Herkunft, die Hälfte davon stammt aus Polen.

Drogen, Alkohol und psychiatrische Erkrankungen stecken hinter den meisten dieser Schicksale. Die Stadt Reykjavík will nun 150 kommunale Mietwohnungen aufkaufen und damit den Bestand von 1900 Mietwohnungen aufstocken. Hinzu kommen sollen in den kommenden Jahren weitere 600 Wohnungen, sowie 14 Zimmer für Obdachlose in Viðines, wo auch eine Unterkunft für Menschen mit geistigen Behinderungen und Drogenproblemen entstehen soll.

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