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Interesse an der Zucht von Anführerschafen wächst

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Interesse an der Zucht von Anführerschafen wächst

Anführerschaf aus Ostisland. Sie erreichte biblische 17 Jahre. Photo: Dagmar Trodler

Landwirte in Island zeigen immer mehr Interesse, die sogenannten Anführerschafe (forystufé) in ihre Zucht aufzunehmen, berichtet RÚV.

Von dieser weltweit einzigartigen Schafrasse leben heute nur noch 1000 Exemplare in Island, doch viele Bauern arbeiten daran, die Zuchtlinie zu erhalten.

Das Anführerschaf ist in Island seit der Besiedlung vor mehr als 1000 Jahren heimisch. Die Schafe laufen oft vor der Herde und scheinen einen sechsten Sinn für schlechtes Wetter oder gute Futterplätze zu haben. Da sie in der Regel von ihrer Herde als Leittiere akzeptiert werden, können sie ganze Herden bei Unwetter an geschützte Orte oder sogar nach Hause bringen.

Wer nur weibliche Anführerschafe besitzt, aber keinen Zuchtbock der Rasse, hat die Möglichkeit, seine Auen mit dem Samen eines Anführerbocks künstlich befruchten zu lassen, der isländische Schafsbockkatalog weist zwei Zuchtexemplare zur Auswahl auf.

Sæþór Gunnsteinsson, ein Bauer im Aðaldalur in Nordisland, hat 10 Anführerschafe im heimischen Stall. Es sind energiegeladene und leichtfüssige Tiere, die sich auch äusserlich von den anderen Schafen unterscheiden, die vor allem um ihres Fleisches willen gezüchtet werden.

Die Zucht dieser Schafe sei sicher eher ein Hobby und vielleicht sogar exzentrisch. “Aber mir macht das Spass,” sagte er RÚV gegenüber.

Ein gutes Anführerschaf muss viele Qualitäten haben. “Es muss natürlich ruhig sein. Und immer vor der Herde laufen und sie führen. Immer selbstsicher sein, wenn es in den Stall und durch die Tore läuft, und die Herde mit sich zieht.”

Anführerschafe waren in den alten Zeiten sehr nützlich, als die Herden auch im Winter draussen Futter suchten. Diese Praktik ist jedoch aufgegeben worden, heute werden die Schafe in Island meist im Stall gehalten und dort gefüttert, oder in einem Paddock mit Futter im oder vor dem Stall.

“Aber wir sollten natürlich diese sehr besondere Rasse erhalten. Die gibt es nirgendwo auf der Welt ausser hier.” findet Sæþór.

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