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Insolvenzverfahren für United Silicon

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Insolvenzverfahren für United Silicon

United Silicon, Helguvík.

Photo: Screenshot from RÚV.

United Silicon hat ein Insolvenzverfahren durch das Bezirksgericht in Reykjanes beantragt, berichtet RÚV. Der Zahlungsaufschub an das Unternehmen war gestern abgelaufen. Seit der Betrieb im vergangenen September per einstweiliger Verfügung eingestellt worden war, hatte es dort keine Produktion mehr gegeben.

Im August hatte United Silicon einen Zahlungsaufschub gewährt bekommen. Der Aufschub war am 4. Dezember verlängert worden und lief gestern aus. Nachdem es nicht gelungen war, mit den Geldgebern eine Einigung zu erzielen, hatte der Vorstand sich für die Insolvenzbeantragung und gegen eine weitere Verlängerung des Zahlungsaufschubs entschieden

In einer Erklärung des Unternehmens heisst es, dass das isländische Umweltbüro den Betrieb solange stilllege, bis ausgedehnte Verbesserungsmassnahmen in der Fabrik durchgeführt seien, was bis zu einem Jahr dauern könne. Ein norwegisches Beratungsunternehmen hatte die Kosten der Verbesserungen auf etwa drei Mrd. ISK (24 Mio. EUR) geschätzt.

Zwei Drittel von United Silicon gehören der Arion Bank. Die Bank hatte Wirtschaftsanalysen zur Lage des Unternehmens durchgeführt, nachdem das Zahlungsmoratorium in Kraft getreten war. Bankprüfer waren auf Durcheinander und den Verdacht auf Unterschlagung durch Unternehmensgründer Magnús Garðasson gestossen. Er war durch den Bezirksstaatsanwalt angeklagt worden.

Auch die technische Ausstattung der Fabrik war überprüft worden. Dabei hatte sich herausgestellt, dass der Hochofen grundsätzlich zwar den Anforderungen enstprach, die Ausrüstung jedoch billig und schlecht gefertigt war, wodurch es zu zahlreichen Betriebsstörungen kam.

Die Produktion in dem Unternehmen hatte im November 2016 begonnen. Kurz darauf hatte das Umweltbüro bereits erste Beschwerden über Luftverschmutzung und Gestank aus der Bevölkerung erhalten. Einige Bewohner der Region klagten über körperliche Symptome wie Augenreizungen, Atembeschwerden und Kopfschmerzen als Folge der Ausleitungen aus der Fabrik.

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