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Autorin gegen Pferdeverleih - Freispruch

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Autorin gegen Pferdeverleih - Freispruch

Photo: Dagmar Trodler

Die Schriftstellerin Auður Jónsdóttir ist gestern von einer Anklage wegen Verleumdung freigesprochen worden, welche sie in ihrem Artikel “Forseti landsins” formuliert haben soll, berichtet Vísir. Der Artikel war am 13. Juni 2016 im Magazin Kjarninn als Unterstützungsschrift für die Präsidentschaftskandidatur ihres Schriftstellerkollegen Andri Snær Magnason erschienen.

In dem Artikel hatte Auður die sichtbaren Spuren durch die Pferdevermietung Laxnes in der Natur des Mosfellsdalur kritisiert, wo sie aufgewachsen ist. Die Pferde, so schreibt Auður, nagten die Wiesen bis auf die Wurzeln herunter. Der Eigentümer des Unternehmens, Þorarinn Jónasson, auch als Þóri í Laxnesi bekannt, verklagte Auður wegen Verleumdung und verlangte dass folgende Punkte aus dem Artikel verschwinden:

- “Er sagte, das sei Tier- und Naturfrevel der üblesten Sorte. Aber er konnte nichts ausrichten, ganz gleich, wie er er sich aufregte und schimpfte und die Leute warnte. Denn der Pferdebauer war dick im Geschäft und unterhielt sicher beste Verbindungen zum Gemeinderat, damit dies Jahr für Jahr fortgesetzt werden konnte – und bis auf den heutigen Tag.”

- “Du solltest dich richtig schämen, Þóri í Laxnesi [sic]. Deppenkerl, mit Dollarscheinen, die aus der Arschfalte deiner Reithose heraus[schauen]. Schäm dich dafür, die isländische Natur zu zerstören, und schäm dich dafür, deine Pferde so schlecht zu behandeln und ihnen Stroh und Schimmel anzubieten.”

- “Männern und Frauen wie Þóri í Laxnesi [sic], die nicht die Natur sehen, sondern nur das Geld. Das, was tausend Jahre lang gelebt hat und gedieh, wird in einem kurzen Moment zerstört, damit abgehobene Leute sich eine neue Sofalandschaft kaufen können, oder auf Kreuzschiffahrt gehen, wenn da mal nicht eine Briefkastenfirma auf einer Südseeinsel gegründet und Geld dorthin überwiesen wurde, welches eigentlich die Gesellschaft unterstützen sollte.”

Überdies verlangte Þórarinn, dass Auður dazu verurteilt wird, ihm eine Million Kronen als Schadensersatz zu zahlen, sowie 500.000 Kronen für die Verfahrenskosten.

Das Gericht hatte Fachleute vom Institut für Bodenschutz vorgeladen. Es wurden Daten präsentiert, die Zeugenaussagen über jahrelange Überweidung in der Region stützten, obwohl Experten bereits etwas anderes empfohlen hatten.

Das Gericht liess daher nicht gelten, dass Auðurs Kritik an der Haltung der Schutzbefohlenen beim Pferdeverleih auf dem Land ihrer Kindheit aus der Luft gegriffen und haltlos ist.

Auðurs Behauptung, dass das Land bis auf den heutigen Tag überweidet wird, stütze sich nach Einschätzung des Reykjavíker Bezirksgerichtes auf Fakten. Ihre Worte seien Beitrag zu einer wichtigen gesellschaftlichen Debatte. Die Schriftstellerin wurde daher von der Anklage freigesprochen.

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