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Namensausschuss lehnt "Alex" für Mädchen ab

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Namensausschuss lehnt "Alex" für Mädchen ab

Family Children Outdoor

Photo: Golli/Kjartan Þorbjörnsson.

Der isländische Namensausschuss hat den Namen der vierjährigen Alex Emma Ómarsdóttir nicht zugelassen. Das Mädchen ist im Einwohnermelderegister als “Mädchen” Ómarsdóttir eingetragen, berichtet mbl.is.

Normalerweise muss der Name innerhalb des ersten Jahres nach der Geburt eingetragen werden. Bis dahin steht das Kinder als “Mädchen” oder “Junge” im Register. Alex Emmas Kinderausweis kann wegen der Entscheidung nun nicht erneuert werden.

Als Begründung gab der Ausschuss an, dass Alex kein Mädchenname sei. Für Jungen ist der Name hingegen zugelassen. Dem Gesetz nach müssen Kinder einen geschlechtsbezogenen Namen erhalten. Alex Emmas Eltern wollen den Fall nun vor Gericht ziehen, sie weisen darauf hin, dass der Name in vielen Ländern für Jungen und Mädchen gebräuchlich ist.

Der Abgeordnete der Piratenpartei, Helgi Hrafn Gunnarsson, hatte im Parlament gestern nur harsche Worte für die Entscheidung des Ausschusses übrig. Er nannte Islands Namensgesetze ein “historisches Phänomen, das niemand jemals in einem freien Land wiedereinsetzen wollen würde.”

“Ich habe über ein vierjähriges Mädchen namens Alex gelesen,” sagte Helgi in seiner Rede. “Ihr Name ist Alex, der Name wurde ihr gegeben. Das ist ein hübscher Name – ich kenne eine Frau, die Alex heisst. Aber dieses kleine Mädchen darf nicht Alex heissen. Und warum darf sie nicht Alex hiessen? Weil dieser Staat aus irgendwelchen Gründen entschieden hat, dass es in seiner Macht liegt, zu entscheiden, ob sie so genannt werden darf oder nicht.”

“Wie kann es uns Isländern in den Sinn kommen, den Staat zu fragen, ob sie einen Namen wie Alex tragen dürfen, wenn sie das “falsche” Geschlecht haben?” fragte Helgi. “Wie kommen wir darauf? Das ist absurd … und noch absurder ist, dass Leute glauben, dass das irgendwie in Ordnung ist und Entscheidungen über Dinge wie Rechte für Kinder treffen, dass Kinder das Recht haben, keine lächerlichen Namen zu tragen. Deshalb heissen sie Kinderschutzrechte – niemand ist gegen solche Rechte. Deshalb gibt es Kinderschutzgremien, die sich um sowas kümmern. Aber Gesetze zur Namensgebung von Kindern sind nicht geschaffen worden, um Kinder zu schützen, sondern um Traditionen zu schützen, um die Macht des Staates darüber zu schützen, wie die Menschen in diesem Land genannt werden, was einfach absurd ist.”

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